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Las Vegas (USA) – Country-Star Dolly Parton (80) gilt im Popbiz als jemand, der nicht aus Nichtigkeiten absagt. Wegen gesundheitlicher Probleme strich sie jetzt ihre geplante Konzertreihe in Las Vegas. Zwar gehe es ihr „von Tag zu Tag besser“, so Parton, für die Bühne sei es aber noch nicht gut genug. Ihre Fans beruhigt das nicht unbedingt. Sie fragen sich: Kehrt die gefeierte Sängerin und Songwriterin überhaupt noch mal zurück? Aber sie wissen auch: Ihr Idol ist niemand, der einfach aufgibt.
In einem Instagram-Video wandte sich Dolly Parton direkt an ihre Fans: „Die gute Nachricht ist, dass die Medikamente wirken – mir geht es jeden Tag besser.“ Aber: „Es wird noch etwas dauern, bis ich wieder auf Bühnenniveau bin.“ Mit einem Augenzwinkern schob die Sängerin hinterher: Mit Schwindel seien Auftritte in High Heels kaum zu denken – „und ihr wisst ja, dass ich sie tragen werde“.

Nicht ohne meine High Heels! Dolly Parton leidet unter anderem an Schwindel, will aber zurück auf die Bühne
Foto: AFF-USA/Shutterstock
Ein Satz, der Hoffnung macht. Dass sie schon wieder über ihre legendären High Heels scherzt, ist fast wie ein Versprechen: Sie will zurück auf die Bühne stöckeln. Aufgeben? Pardon, das gibt’s bei Dolly Parton nicht. Die Country-Legende kämpfte sich in ihrer jahrzehntelangen Karriere immer wieder durch schwierige Phasen. Sie verlor dabei nie ihren Humor und ihre Überzeugung, den Dingen mit einer unglaublichen Portion Zuversicht, Selbstironie und Selbstvertrauen entgegenzutreten.
Dolly Parton wuchs ohne Strom auf
Dolly Parton wuchs in den Appalachen auf, einem abgelegenen Gebirge im Osten Nordamerikas. Als viertes von zwölf Kindern lebte sie in einem kleinen Holzhaus, ohne fließendes Wasser, ohne Strom. „Wir hatten nie den Eindruck, arm zu sein“, sagte sie später.

Dolly Parton mit etwa neun Jahren in ihrer Heimat Tennessee
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images
„Jolene“ macht Parton zur Ikone
Ihr Onkel brachte ihr das Gitarrenspielen bei. Direkt nach dem Highschool-Abschluss stieg sie 1964 in einen Bus, die alte Gitarre im Gepäck, und fuhr 400 Kilometer in die Hauptstadt der Countrymusik, Nashville. 1967 gelang der Durchbruch: Country-Star Porter Wagoner (†80) suchte eine Sängerin für seine TV-Show – und fand Dolly Parton. In der Zeit waren Frauen im Country meistens Duettpartnerinnen, keine Solistinnen. Wagoner und Parton feierten große Erfolge. 1971 landete sie ihren ersten Nummer-1-Hit „Joshua“. 1973 folgte „Jolene“ – der Song, der Parton zur Ikone machte. 1974 trennte sich Parton von Wagoner. Er war empört – und hatte danach keinen Hit mehr.

Pop-Ikone Dolly Parton hat mehr als 50 Alben veröffentlicht und 3000 Songs geschrieben
Foto: ITV/Shutterstock
Dolly setzte sich in einer Männerdomäne durch. Sie verkaufte weltweit über 100 Millionen Tonträger, hatte 25 Nummer-1-Hits in den Country-Charts und gewann 11 Grammys (bei mehr als 50 Nominierungen). In Partons Liedern geht es um Themen wie Armut, harte Arbeit, Untreue oder weibliche Selbstbestimmung. Ihr Vermögen wird auf rund 650 Millionen US-Dollar geschätzt. Sie fand eine große Liebe: Ehemann Carl Dean (†82) – und sie waren fast 59 Jahre verheiratet.

Kurz nach ihrer Ankunft in Nashville lernte sie ihren späteren Ehemann Carl Dean kennen. Die beiden waren fast 59 Jahre verheiratet, bis er im Frühjahr 2025 im Alter von 82 Jahren starb
Foto: dollyparton/Instagram
Parton ist die Patentante von Miley Cyrus
Das Leben meinte es aber nicht nur gut mit Parton. Wegen einer Endometriose (Gebärmuttergewebe wächst außerhalb der Gebärmutter) mussten bei ihr Mitte der 80er Teile der Gebärmutter entfernt werden, sie konnte keine Kinder bekommen. In der Zeit hatte sie Depressionen, sprach später auch offen über den Schönheitsdruck, dem sie als Frau ausgesetzt ist. Gleichzeitig hielt sie all die Jahre an ihrem Image der kurvigen Blondine fest. Die aufwendig frisierten Haare, das perfekte Make-up, die hohen Pumps, die sie auch zu Hause trägt – auch heute ihre Markenzeichen. Auf die Frage, ob sie ihre große Oberweite schon in der Schulzeit gehabt habe, antwortete sie einmal trocken: Sie könne „die Dinger ja schlecht zu Hause lassen“.

So zeigte sich Parton im November 2022 mit Miley Cyrus (33) auf Instagram. Sie ist die Patentante des Popstars
Foto: Instagram/Dollyparton
„This dumb Blonde ain’t nobody’s fool“ (dt. Diese dumme Blondine lässt sich von niemandem zum Narren halten)! So lautete die Antwort von Parton auf die Interviewfrage, was ihre Botschaft an ihre Kritiker sei. Parton unterstützte schon in den 90ern die queere Community und setzte sich für die Ehe für alle ein. Dafür wurde sie bedroht, boykottiert, heftig kritisiert. Egal, was passierte: Parton hat sich davon nie merklich beeindrucken lassen. Wie ist es, wenn man sie trifft? Das passierte 2024 Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier (41), als er in Nashville in einem Studio einen Song aufnahm. Auf dem Flur lief er Parton über den Weg. „An der Kaffeemaschine“, so Gabalier damals zu BILD. Er schwärmte davon, wie herzlich die Sängerin gewesen sei. „Ich verehre sie.“ Drei Worte, die wohl für Millionen von Fans weltweit gelten.