
Stand: 06.05.2026 22:04 Uhr
In Füchtenfeld (Landkreis Grafschaft Bentheim) wurden in zwei Nächten etliche Schafe gerissen. Nun beraten laut einer Kreissprecherin die Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland über einen möglichen Abschuss des Wolfes.
Es sind gleich mehrere Behörden an der Diskussion über den Fall beteiligt, da die Landkreisgrenze mitten durch das Dalum-Wietmarscher-Moor in Füchtenfeld verläuft. Dort hatte sich der bisher größte von der Landesjägerschaft dokumentierte Fall von Wolfsrissen in Niedersachsen ereignet. Laut der staatlichen Moorverwaltung ist der Herdenschutzstandard erfüllt gewesen, habe aber offenbar nicht ausgereicht. In den kommenden Tagen soll die Fläche mit Wärmebildkameras überflogen und kontrolliert werden. Das niedersächsische Wolfsbüro wertet den Angaben nach Genproben aus. Sie sollen mehr Informationen über den Wolf oder auch die Wölfe bringen.
Mindestens 57 Schafe getötet, mehr als 100 verletzt
Nach Angaben der Landwirtschaftskammer sind bei den beiden nächtlichen Angriffen in der vergangenen Woche in Füchtenfeld mindestens 57 Schafe getötet und mehr als 100 verletzt worden. Die Rissbegutachtung läuft allerdings noch. Es sei deshalb wahrscheinlich, dass sich die Zahl noch ändert, teilte ein Sprecher der Landwirtschaftskammer mit. Wie die „Grafschafter Nachrichten“ berichten, fanden die Besitzer Michael und Andrea Dircks die ersten toten Tiere am Freitag im Dalum-Wietmarscher-Moor. Am Tag darauf bereits die nächsten.
Kein vergleichbarer Fall bekannt
Wolfsangriffe mit mehr als 20 gerissenen oder verletzten Tieren seien relativ selten, sagt ein Sprecher der Landwirtschaftskammer dem NDR Niedersachsen. Bei Schafen liegen die Zahlen oft zwischen ein bis sechs Tieren. Das bestätigt auch ein Blick in das Wolfsmonitoring der niedersächsischen Jägerschaft. Dort sind für die Grafschaft nur vereinzelt Angriffe mit deutlich weniger betroffenen Tieren verzeichnet. Ähnlich gravierend wie in Füchtenfeld war zuletzt ein Vorfall in Oldendorf im Landkreis Rotenburg (Wümme). Dort wurden im Februar 54 tote Schafe gefunden, bei denen Wolfsrisse bestätigt sind.

Das Tier war in der Nacht auf der A27 im Landkreis Cuxhaven vor ein Auto gelaufen. Der Fahrer des Wagens blieb unverletzt.

Nach der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdrecht hat Niedersachsen erste Handlungsempfehlungen an die zuständigen Behörden verschickt.

Der Bundesrat hat am Freitag für die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz gestimmt. Experten sehen darin Chancen, aber auch Risiken.

Trotz Schutzzaun sollen Wölfe Dutzende Schafe gerissen haben. Meyer will handeln, Naturschützer warnen vor pauschalen Abschüssen.
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