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Hamburg – Als die Frauen nach dem Dienst unter der Dusche standen, lief eine versteckte Kamera mit. In Hamburg soll ein Polizist seine Kolleginnen in den Waschräumen der Wache heimlich gefilmt haben. Der Mann ist vom Dienst suspendiert worden, gegen ihn wird ermittelt.
Im Polizeikommissariat 14 in der Hamburger Innenstadt arbeiten etwa 240 Beamte, davon sind rund 85 Frauen. In den Damen-Duschräumen im Keller der Wache soll Mihail L. (28) eine kleine Spionagekamera versteckt haben. Eine Polizistin entdeckte sie durch Zufall, informierte ihre Vorgesetzten. Fahnder positionierten daraufhin ebenfalls eine versteckte Kamera in den Sanitärräumen, die aber ausschließlich auf die Kamera des Spanners gerichtet war. Und tatsächlich: Nach BILD‑Informationen wurde L. kurz darauf gefilmt, als er in der Damendusche seine Technik überprüfte.
Wohnung durchsucht, Computer sichergestellt
Beamte durchsuchten seine Dienststelle und seine Wohnung, stellten Datenträger, Computer und andere Elektrotechnik sicher. Ein Strafverfahren läuft. „Das Dezernat Interne Ermittlungen (DIE) hat den Fall übernommen“, sagt Daniel Schaefer, Sprecher der Innenbehörde.

Polizist Mihail L. (28) soll seine Kolleginnen unter der Dusche heimlich gefilmt haben
Foto: privat
Gegen Mihail L. ist zudem ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, Dienstausweis und Waffe musste er abgeben. Polizeisprecher Sebastian Born: „Die Führung der Dienstgeschäfte wurde dem Beamten durch den Polizeipräsidenten unverzüglich bis auf Weiteres untersagt.“
Wurden die Fotos aus der Dusche online gestellt?
Spezialisten vom LKA werten jetzt die sichergestellten Daten aus. Dabei wird auch geprüft, ob die intimen Bilder im Internet verbreitet und vielleicht sogar verkauft wurden. Unklar ist auch, wie lange er schon seine Kolleginnen beim Duschen gefilmt hatte. Nach BILD-Informationen war er erst vor Kurzem aus der Elternzeit in den Dienst zurückgekehrt. Bestätigen sich die Vorwürfe, verliert er nicht nur seinen Job, sondern auch seinen Beamtenstatus und die Pensionsansprüche. Für BILD war der Beschuldigte nicht zu erreichen.