Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Iran-Krieg beschert Moskau Milliardenplus
Aktualisiert am 06.05.2026 – 23:35 UhrLesedauer: 15 Min.
Kremlchef Putin: Die Ölindustrie ist eine wichtige Einnahmequelle für seinen Krieg gegen die Ukraine. (Quelle: Alexei Druzhinin/reuters)
Russland profitiert stark vom Krieg im Nahen Osten. Ungarns neue Regierung gibt Kiew Geld zurück. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff wird sich US-Regierungsquellen zufolge noch in dieser Woche mit dem Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, treffen. Umjerow solle dafür nach Miami reisen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Weißen Haus. Über die geplanten Gesprächsinhalte sowie den Zeitpunkt des Treffens wurde nichts bekannt. Aus der Ukraine gab es zunächst nur den Hinweis, dass Umjerow nicht an einem Untersuchungsausschuss vor dem Parlament in Kiew teilnehmen könne, da er auf Auslandsreise sei.
Parade am 9. Mai: Russland droht erneut Kiew
Russland hat seine Drohung mit einem massiven Luftangriff auf Kiew bekräftigt, sollte die Ukraine versuchen, die Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai zu stören. Das Außenministerium in Moskau forderte Diplomaten auf, die ukrainische Hauptstadt rasch zu verlassen, sollte die Parade in Anwesenheit von Kremlchef Putin
angegriffen werden. Selenskyj hatte mit Blick auf die geplante Parade erklärt, Moskau fürchte sich offenbar vor Drohnen über dem Roten Platz.
Russland hat im April nach Angaben des Finanzministeriums auch dank des Iran-Kriegs 917 Milliarden Rubel (gut zehn Milliarden Euro) an Steuern für die Rohstoffförderung eingenommen. Das ist mehr als doppelt so viel wie noch im März mit 443 Milliarden Rubel (4,9 Milliarden Euro), wie aus der vom Ministerium veröffentlichten Statistik hervorgeht. Der Großteil (umgerechnet etwa 8,5 Milliarden Euro) davon entfiel auf Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Allerdings schlugen zugleich die ukrainischen Angriffe auf die Ölindustrie zu Buche.
Der April war der erste Monat, in dem sich die Preissteigerungen an den Weltmärkten infolge des Iran-Kriegs voll bemerkbar machten. Moskau ist ein Verbündeter Teherans, mischt sich aber nicht offen militärisch in den Konflikt Irans mit den USA und Israel ein. Russland ist dabei einer der Hauptprofiteure von der Krise im Nahen Osten.
Allerdings kommt der Geldregen nicht uneingeschränkt im Haushalt an. So gab die Regierung die Hälfte der Öleinnahmen an die russische Petrolindustrie zurück. Die Konzerne sollten damit einerseits die Preissteigerungen im Land für Benzin und Diesel dämpfen und andererseits ihre Raffinerien modernisieren und reparieren. Die Ölindustrie ist eine wichtige Einnahmequelle des Kremls für seinen Krieg gegen die Ukraine. Kiew zielt mit seinen Drohnenangriffen daher neben Militäranlagen bewusst auf Raffinerien, Öllager und Terminals, um diese Einnahmen zu schmälern.
