Eine Person, die auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ Kontakt zu einer Hantavirus-Infizierten hatte, ist am späten Abend zur vorsorglichen Untersuchung am Uniklinikum Düsseldorf (UKD) eingetroffen. Ein dpa-Reporter berichtete, der spezielle Transport-Konvoi sei im Bereich der Infektionsstation angekommen. Die Spezialisten am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) standen bereit. Bei dem Neuzugang handelt es sich um eine Passagierin des Kreuzfahrtschiffs, auf dem das Hantavirus ausgebrochen ist. Bislang sind dort drei Todesfälle zu beklagen.

Die Düsseldorfer Feuerwehr übernahm mit einem Spezialfahrzeug den Transport vom Flughafen in Amsterdam. Entsprechende Informationen unserer Redaktion bestätigt Feuerwehrdezernent Burkhard Hintzsche auf Anfrage. „Es ist ein Konvoi der Feuerwehr Düsseldorf mit 17 Einsatzkräften auf dem Weg in Richtung Amsterdam“, so der Stadtdirektor. Die Abfahrt sei um 10 Uhr an diesem Mittwoch gewesen. Die Rückkehr vom Flughafen Schiphol werde am späten Abend erwartet.

Die Vorbereitung für den Einsatz begann am Dienstagnachmittag. Es gab eine Schalte mit der Stadt Düsseldorf (inklusive Feuerwehr und Gesundheitsamt), dem UKD, dem Robert-Koch-Institut und dem Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen. Hintergrund ist das bundesweit beachtete und als vorbildlich geltende Einsatzkonzept von Uniklinik und Feuerwehr zum Transport hochinfektiöser Patienten. Um eine reibungslose Übernahme der Person zu gewährleisten, hat sich am Dienstagabend ein Vorabtrupp der Feuerwehr auf den Weg in die Niederlande gemacht.

Bislang sieben bestätigte Fälle oder Verdachtsfälle

Das Schicksal der Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff findet international große Aufmerksamkeit. Die als Naturexpedition deklarierte Reise startete Ende März im südargentinischen Ushuaia. Um die 150 Passagiere gingen an Bord. Der erste erkrankte Passagier, ein Niederländer, starb bereits am 11. April. Auch seine Frau starb, zudem eine deutsche Staatsbürgerin. Bislang gibt es sieben bestätigte Fälle oder Verdachtsfälle.

Nun geht es darum, wo Erkrankte, Verdachtsfälle und Kontaktpersonen behandelt beziehungsweise untersucht werden sollen. Ein schwer erkrankter Brite soll auf einer Intensivstation in Südafrika behandelt werden. Das niederländische Außenministerium will drei Personen in die Niederlande zurückholen. Nach Angaben der Reederei Oceanwide Expeditions ‌benötigen zwei Besatzungsmitglieder dringend medizinische Hilfe.

Bisher asymptomatische Kontaktperson kommt nach Düsseldorf

So kommt Düsseldorf ins Spiel. Die Feuerwehr verfügt über eine spezialisierte Einheit für den Transport hochinfektiöser Patienten, die sogenannte Hochinfektions-Transportkomponente (HIT). Diese Einheit wurde in Zusammenarbeit mit der Sonderisolierstation der Uniklinik entwickelt und ist seit mehr als zehn Jahren im Einsatz. Jährlich finden mehrere gemeinsame Übungen statt, an denen auch das Gesundheitsamt beteiligt ist. Auch der grenzüberschreitende Einsatz wird geübt, zuletzt ging es im November 2025 um den Transport eines vermeintlichen Ebola-Patienten von Antwerpen nach Düsseldorf.

Von den drei Passagieren, die am Mittwochnachmittag in Amsterdam ankommen, werden zwei von den niederländischen Behörden weiter betreut. In die Düsseldorfer Uni-Klinik gefahren wird eine 65 Jahre alte Deutsche, die in engem Kontakt mit der deutschen Frau stand, die an Bord gestorben war. Sie kommt nicht auf die Sonderisolierstation, sondern die im gleichen Gebäude untergebrachte Infektionsstation.

„Bei der Person handelt es sich ausdrücklich nicht um einen bestätigten Infektionsfall, sondern um eine bisher asymptomatische Kontaktperson, bei der vorsorglich auf der Infektionsstation des UKD eine klinische Ersteinschätzung sowie infektiologische Untersuchungen erfolgen sollen“, heißt es in einer Mitteilung der Klinik.

Station in Uniklinik steht rund um die Uhr für Notfälle bereit

Geplant sind laut Uniklinik unter anderem weiterführende virologische Laboruntersuchungen. Anschließend soll die Person zeitnah an ihren Heimatort in Deutschland verlegt werden. „Die Aufnahme erfolgt rein vorsorglich zur medizinischen Abklärung. Solche Situationen gehören zum infektiologischen Versorgungsauftrag eines universitätsmedizinischen Zentrums wie des UKD“, sagt Professor Torsten Feldt, Bereichsleiter Tropenmedizin der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Die Sonderisolierstation an der Uniklinik ist eine von nur sieben spezialisierten Behandlungszentren in Deutschland zur Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hochinfektiösen und lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Ebola oder Lassa-Fieber. Die Station steht rund um die Uhr für Notfälle bereit, in denen eine besonders sichere Isolierung und Behandlung notwendig ist.

(mit Material von Reuters/dpa)