Tagebau Hambach

Flutung genehmigt – doch was steckt im Rheinwasser?

06.05.2026 – 17:56 UhrLesedauer: 2 Min.

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Tagebau Hambach (Archivbild): Hier soll das Mega-Seen-Projekt entstehen. (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt)

Im Rheinischen Revier entsteht Deutschlands zweitgrößter See – doch die Wasserqualität des Rheins ist umstritten. Ein neues Gutachten des Umweltministeriums soll Klarheit schaffen.

Mitten in NRW, im ehemaligen Tagebau Hambach läuft gerade eines der größten Bauprojekte der Nachbergbaugeschichte. Im ehemaligen Braunkohlegebiet soll Deutschlands zweitgrößter See nach dem Bodensee entstehen. Die Leitungen bei Elsdorf-Esch, durch die der Hambach-See geflutet werden soll, sind inzwischen gelegt.

Durch rund 45 Kilometer lange Rohre will RWE ab 2030 Rheinwasser in den See leiten. Doch die Qualität des Wassers ist umstritten. Der Umweltverband BUND kritisiert eine zu hohe Belastung des Flusswassers durch Chemikalien und Spurenstoffe. RWE hält das Wasser jedoch für geeignet. Ein wissenschaftliches Gutachten soll nun prüfen, ob das stimmt und wie die Tagebau-Umgebung auf das Rheinwasser reagieren wird. Das teilte ein Sprecher des NRW-Umweltministeriums der Aachener Lokalredaktion von t-online mit.

Bereits 2022 habe eine Arbeitsgruppe des Monitorings Garzweiler einen ersten sogenannten „Rheinwassergütebericht“ vorgelegt, der die grundsätzliche Eignung des Rheinwassers für die geplante Seebefüllung feststellt. Der Bericht zeige aber auch die jeweiligen Untersuchungsbedarfe auf und werde in diesem Sinne stetig fortgeschrieben und aktualisiert.

Die stoffliche Zusammensetzung des Rheinwassers müsse diesem Bericht zufolge hinsichtlich ihres Einflusses auf sogenannte „etwaige betroffene Schutzgüter im Rheinischen Revier“ bewertet werden. Dabei könne es sich sowohl um die Qualität des Wassers im Tagebausee, als auch um dessen Einfluss auf das umliegende Grundwasser handeln. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind Grundlage für die endgültigen Zulassungsentscheidungen zur Verwendung des Rheinwassers.

Eine weitere zu untersuchende Frage ist auch, mit welchen Auflagen das Rheinwasser später genutzt werden darf. Abhängig von den konkreten Zwecken erfordert auch dies laut Sprecher erneut detailliertere eigene Bewertungen und werde deshalb erst in den Zulassungsverfahren zur Verwendung des Wassers festgelegt.