Am Donnerstagabend kam es offenbar im Schusteruhspark in Berlin-Charlottenburg zu einem schwulenfeindlichen Angriff. Opfer waren FDP-Politiker und Vorsitzender der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld Helmut Metzner und sein Ehemann. Beide seien als „Schwuchteln“ beleidigt und zu Boden gestoßen worden, teilte Metzner auf Facebook mit. Dabei habe Metzner eine Verletzung am Ellbogen erlitten.

Der Vorfall ereignete sich um 19:10 Uhr. Er und sein Ehemann hätten sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Heimweg befunden, sagt Metzner gegenüber dem Tagesspiegel. Sie seien vom Bus gekommen und hätten wie fast jeden Tag den Schustehruspark einmal durchqueren müssen, als ein ihnen fremder Mann mit Hund begann, sie zu beleidigen.

Dem sei vorausgegangen, dass Metzner eine Frau auf einem Lastenrad darauf hinwies, dass Fahrradfahren im Park verboten sei. Laut Metzner hätte sich der Mann dann von einer nahegelegenen Bank erhoben und gesagt: „Schwule sollte man auch verbieten“. Auf die Frage von Metzner, ob er diese Aussage vor der Polizei wiederholen würde, habe der Mann entgegnet: „Das ist Meinungsfreiheit.“

Metzners Partner wurde mit dem Tod bedroht

„Ich belehrte ihn, das sei ein Irrtum, und kündigte an, die Polizei zu rufen. Dann rannte er auf mich zu und stieß mich zu Boden“, schildert Metzner auf Facebook den Fall weiter. Auch seinen Partner habe der Angreifer anschließend zu Boden geworfen und habe ihn, während er noch lag, zweimal in den Rücken getreten. Außerdem sei sein Partner mit den Worten „Wenn ich dich alleine treffe, bringe ich dich um“ bedroht worden, berichtet Metzner.

Noch am Boden liegend hat Metzner ein Foto vom Angreifer machen können. Als der Politiker daraufhin mit der Polizei telefonierte, sei der Angreifer geflohen. Wenig später seien die Beamten eingetroffen. Mit dem Foto und einem Hinweis aus der Nachbarschaft, den Metzner via Messengerdienst bekam, habe er den Angreifer am selben Abend noch ausfindig machen können und habe diese Informationen mit der Polizei geteilt.

Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt

Die Polizei teilte in einer Pressemitteilung am Freitag mit, dass der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts die Ermittlungen aufgenommen habe. Es wird wegen Volksverhetzung, Körperverletzung, homophober Beleidigung und Bedrohung ermittelt. Dazu, ob die Informationen Metzners zum Tatverdächtigen die Polizei erreicht hätten, wollte die Polizei gegenüber dem Tagesspiegel keine Angaben machen. Auch zu weiteren Fragen zu dem Mann und ob dieser schon gefasst wurde, wollte sich die Polizei nicht äußern.

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Helmut Metzner ist Politiker der FDP und seit 2022 geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Die Stiftung fördert Bildungs- und Forschungsprojekte und hat zum Ziel, Queerfeindlichkeit in der deutschen Gesellschaft entgegenzuwirken. „Ich sehe mich als Geschädigten, nicht als Opfer“, sagt Metzner dem Tagesspiegel. Und auch auf Facebook appelliert er: „Ich schreibe das, um alle zu ermutigen, in einer ähnlichen Situation konkret zu handeln und zu helfen.“