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Wer einen Airfryer besitzt, sollte jetzt genauer hinschauen. Wegen gesundheitsgefährdender PFAS-Chemikalien droht vielen Modellen ab 2026 ein EU-weites Verbot.
München – Heißluftfritteusen stehen in Millionen deutschen Küchen und gelten als praktische Alternative zur klassischen Fritteuse. Knusprige Pommes, saftiges Hähnchen, schnelle Snacks – der Airfryer hat sich fest im Küchenalltag etabliert. Doch die schlanken Geräte geraten zunehmend in den Fokus von Gesundheitsexperten, Umweltschützern und europäischen Gesetzgebern.
PFAS in der Antihaftbeschichtung: Millionen Airfryer stehen unter Verdacht. Warum die EU jetzt handelt – und welche Geräte Verbraucher künftig lieber meiden sollten (Symbolbild). © Depositphotos/Imago
Der Grund ist eine unsichtbare Gefahr: die Antihaftbeschichtung im Inneren vieler Modelle. Sie besteht häufig aus sogenannten PFAS – per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, die umgangssprachlich als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet werden. Was beim Kochen für reibungsloses Ablösen sorgt, steht politisch und wissenschaftlich immer stärker unter Druck.
Was sind PFAS – und warum sind sie so problematisch?
PFAS ist ein Sammelbegriff für Tausende synthetischer Chemikalien, die sich durch eine extrem stabile Kohlenstoff-Fluor-Bindung auszeichnen. Genau diese Stabilität macht sie so praktisch für Antihaftbeschichtungen – und zugleich so gefährlich für Mensch und Umwelt. Die Stoffe bauen sich in der Natur so gut wie gar nicht ab und reichern sich langfristig in Organismen an. Das Umweltbundesamt führt PFAS als regulierungsbedürftige Substanzgruppe. Seit 2020 ist eine der bekanntesten PFAS-Verbindungen, PFOA, in der EU faktisch verboten. Neuere, kurzkettige Varianten sind jedoch weiterhin im Einsatz – auch in Küchengeräten wie dem Airfryer, so Techbook.de. PFAS können unter bestimmten Voraussetzungen auch den Alterungsprozess bei Männern beschleunigen.
EU dreht an der Regulierungsschraube – ab Oktober 2026 gilt Teilverbot
Die Europäische Union hat reagiert: Ab dem 10. Oktober 2026 tritt eine EU-Verordnung in Kraft, die die Verwendung bestimmter PFAS in Produkten für die breite Öffentlichkeit untersagt. Betroffen sind zunächst ausgewählte Produktkategorien – die Regelung gilt als erster Schritt eines schrittweisen Prozesses. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) prüft derzeit weitere weitreichende Beschränkungen, deren finale Entscheidung durch die EU-Kommission für Ende 2026 erwartet wird.
Acht Dinge, die man in der Heißluft-Fritteuse zubereiten kann – und sechs, die man besser lassen sollte
Fotostrecke ansehenBundestag: Kein Totalverbot, aber klarer Handlungsbedarf
Auf nationaler Ebene ist die Haltung der Bundesregierung differenziert. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erklärte die Bundesregierung im August 2025, dass sie zwar einen klaren Handlungsbedarf angesichts der zunehmenden PFAS-Belastung der Umwelt sieht – jedoch einen „differenzierten Umgang“ mit den Stoffen anstrebt statt eines „Totalverbots“. Eine nationale Regelung im Vorgriff auf eine EU-Regelung sei nicht geplant, die Bundesregierung unterstütze eine gesamteuropäische Lösung, so Bundestag.de. Umweltverbände wie der BUND drängen hingegen auf ein umfassendes Verbot und kritisieren die Zurückhaltung der Politik.
Hersteller zögern – doch Alternativen existieren
Trotz wachsenden politischen Drucks stellen nicht alle Airfryer-Hersteller ihre Produktion sofort um. Klassische PFAS-Beschichtungen sind seit Jahren etabliert und kostengünstig, beispielsweise auch in Pfannen. PFAS-freie Varianten – meist auf Keramikbasis – erfordern andere Materialien und angepasste Fertigungsverfahren. Einige Hersteller sind diesen Schritt bereits gegangen: Tests zeigen, so Techbook.de, dass PFAS-freie Modelle inzwischen vergleichbare Kochergebnisse liefern und sich auch bei der Reinigung keine wesentlichen Nachteile zeigen.
5 High-Protein-Rezepte für den Airfryer
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Laden Sie sich in der PDF-Bibliothek die kostenlose Rezeptsammlung für High-Protein-Gerichte aus dem Airfryer herunter. © IPPEN MEDIAWas bedeutet das für Verbraucher?
Wer einen neuen Airfryer kauft, sollte gezielt auf die Beschichtung achten. Produkte, die als „PFAS-frei“ oder mit Keramikbeschichtung gekennzeichnet sind, gelten als die zukunftssicherere Wahl. Ein Blick in die technischen Daten oder auf das Produktdatenblatt lohnt sich – nicht jeder Hersteller kommuniziert transparent, welche Stoffe in der Beschichtung enthalten sind. Wer bereits ein Gerät mit PFAS-Beschichtung besitzt, sollte darauf achten, dieses nicht zu überhitzen und beschädigte Beschichtungen nicht weiter zu verwenden. Besitzen Sie einen Airfryer, dann probieren Sie unbedingt das Caprese-Hähnchen aus der Heißluftfritteuse. (Quellen: Techbook.de, BUND, Bundesregierung.de, eigene Recherche) (str)