Produziert wurde das vielfach diskutierte Werk von Ingo Fliess, Professor für Produktion und Medienwirtschaft an der HFF München. Am Sonntag, 10. Mai, wird Ingo Fliess persönlich im Rhythmus Filmtheater zu Gast sein. Die Vorstellung beginnt um 12 Uhr. Vor und nach dem Film steht der Produzent dem Publikum für Gespräche und Diskussionen zur Verfügung.
„Gelbe Briefe“ beschäftigt sich mit den Mechanismen autoritärer Systeme und deren Auswirkungen auf den Einzelnen. Regisseur İlker Çatak beschreibt das zentrale Thema des Films mit den Worten: „Wie gehen wir damit um, wenn wir es mit einem Regime zu tun haben, das uns daran hindert, unsere Arbeit so auszuüben, wie wir es für richtig halten, unsere Meinung so zu sagen, wie wir sie sagen wollen? Wie gehen wir mit einem System um, das uns in den zivilen Tod schickt, also vom gesellschaftlichen Leben ausschließt, uns zwar physisch am Leben lässt, doch rechtlich, sozial und beruflich auslöscht?“
Mechanismen autoritärer Systeme
Gedreht wurde der Film in Berlin, das im Film als Ankara fungiert, sowie in Hamburg und Umgebung als Kulisse für Istanbul. Gerade diese bewusste Vermischung der Orte macht deutlich, dass die im Film geschilderten gesellschaftlichen Entwicklungen nicht auf ein einzelnes Land beschränkt sind, sondern überall stattfinden könnten.
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Mit seiner politischen Aktualität und der eindringlichen Bildsprache zählt „Gelbe Briefe“ bereits jetzt zu den wichtigsten europäischen Produktionen des Jahres. Der Besuch von Ingo Fliess bietet Kinofans die Gelegenheit, Einblicke in die Entstehung eines Berlinale-Gewinners aus erster Hand zu erhalten.