Der Priester war lange Jahre in Jugendverbänden und für die Belange von Arbeitern engagiert. Als Emeritus begleitete er Obdachlose.

Pfarrer Hans Sanders, von 1981 bis 1986 Diözesanpräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und von 1999 bis 2007 Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bistum Münster, ist tot. Er starb am Mittwoch, 6. Mai, im Alter von 85 Jahren in seiner Geburtsstadt Wildeshausen im Kreis Oldenburg, teilt die KAB mit.

Sanders, 1940 geboren und 1967 zum Priester geweiht, war Kaplan in Emstek und Delmenhorst im Oldenburger Land. 1973 wurde er Diözesanseelsorger der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) und Diözesanpräses der Jungen Gemeinschaft KAB / CAJ.

BDKJ und KAB

1981 übernahm er die Leitung der Abteilung Jugendseelsorge im Bischöflichen Generalvikariat (BGV) Münster, zugleich wurde er Diözesanjugendseelsorger und Diözesanpräses des BDKJ. 1986 wechselte Sanders als Pfarrer nach St. Josef Marl-Drewer im Kreis Recklinghausen.

1999 rückte Sanders an die Spitze des damaligen Referats Arbeiterseelsorge im BGV, zugleich wurde er KAB-Diözesanpräses. 2007 wechselte er in die Bildungseinrichtung Könzgen-Haus in Haltern im Kreis Recklinghausen, wo er Rektor der Hauskapelle und Mitarbeiter wurde. Ab 2009 war er zusätzlich Pfarrverwalter in Heilig Geist Münster.

Begleiter für Obdachlose

Nach seiner Emeritierung als Pfarrer 2014 lebte Sanders zunächst in Münster. Dort begleitete er obdachlose Menschen unter anderem im Umfeld des Hauptbahnhofs, mitunter bis zum Lebensende.

Der KAB blieb er als Präses des Verbands in Herz Jesu Münster verbunden. Zudem engagierte er sich für einen Bürgerentscheid im November 2016, bei dem die Menschen in Münster gegen verkaufsoffene Sonntage stimmten.

Im Einsatz für die Schwächsten

Die KAB-Mitteilung zitiert eine frühere Aussage von KAB-Diözesansekretär Hermann Hölscheidt: „Hans Sanders ist nah bei den Menschen, er hört zu, er spricht ihre Sprache. Davon bräuchten wir in der Kirche viel, viel mehr.“ Der Verband schreibt weiter, Sanders habe in seinen Predigten den Schwächsten der Gesellschaft eine Stimme gegeben und sich für soziale Gerechtigkeit eingesetzt.

Termine für Requiem und Beisetzung waren zunächst nicht bekannt.