Im September und Januar hatten Anschläge auf das Berliner Stromnetz für Chaos gesorgt. Nun sollen unbekannte Personen zu neuen Sabotageakten aufrufen. Das berichtet der „rbb“ und verweist auf die linksextreme Plattform Indymedia, auf der die Drohungen veröffentlicht worden seien. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Sabotage-Aufruf: Polizei beobachtet Bedrohungslage in Berlin aufmerksam

Am Freitag war auf der Online-Plattform ein Plakat veröffentlicht worden. Darauf der Aufruf: „Cut the Power, so we can see the stars“ (deutsch: „Schaltet den Strom ab, damit wir die Sterne sehen können“). An anderer Stelle des Dokuments ist das Wort „SA‑BO‑TAGE“. Ein Sprecher der Polizei teilte mit: „Unsere mit den KRITIS-Betreibern abgestimmten Maßnahmen sind stadtweit auf einem hohen Niveau und wir beobachten die möglichen und bislang unspezifischen Bedrohungsszenarien durchgängig und sehr aufmerksam“, hieß es. 

Stromausfall in Berlin Nikolassee

In dem nun veröffentlichten Text schreiben die Verfasser: „Es wird immer die geben, die nicht Teil von Unterdrückung, von Tod und Zerstörung für Geld und Macht sein wollen.“ Dazu zählten laut Schreiben „Anarchist*innen, die gegen jeden Staat und jede Autorität, für ein Leben ohne Herrschaft kämpfen. Einigen von ihnen wird nun eine Sabotage am 9.9.25 auf den militärisch-industriellen Komplex – auf Europas größten Technologiepark, Adlershof in Berlin – vorgeworfen.“

Hausdurchsuchungen nach Anschlag: Solidarität mit den Verdächtigen

Die Verfasser des Plakats nehmen außerdem Bezug zu den Hausdurchsuchungen am 24. März. Die Polizei hatte mehrere Wohnungen von Anhängern der linksextremen Szene durchsucht. „Am 24.03.2026 gab es Hausdurchsuchungen an 17 Orten in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz. Private Wohnungen, Wohnungen von Familienangehörigen und Friends der verdächtigten Anarchist*innen, Orte der Bewegung, wie die anarchistische Bibliothek Kalabalik sowie der Infoladen Scherer8 und der L5 Späti, wurden durchsucht und teilweise verwüstet“, heißt es dazu in dem Schreiben.

Passanten stehen während eines Stromausfalls im Südwesten Berlins im Licht eines Hilfepunkts der Feuerwehr am Mexikoplatz.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten im März erklärt, die Durchsuchungen stünden im Kontext des Anschlags auf Hochspannungsleitungen in Adlershof. Der „rbb“ will nun aus Sicherheitskreisen erfahren haben, dass Ermittler nun davon ausgehen, das am Freitag veröffentlichte Plakat könnte aus dem Umfeld der Verdächtigen stammen.

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Am 9. September 2025 waren zunächst die Hochspannungsleitungen an Strommasten in Adlersdorf angezündet worden. Zeitweise waren etwa 50.000 Privathaushalte und 2000 Gewerbebetriebe ohne Strom. Im Januar dieses Jahres hatten mutmaßlich Linksextremisten einen Anschlag auf die Stromversorgung in Lichterfelde verübt. Die Folge war, dass Zehntausende Menschen im Südwesten Berlins tagelang ohne Strom und folglich auch ohne Heizung auskommen mussten. In beiden Fällen hatten sich Vulkangruppen zu den Anschlägen bekannt. Ob es sich um dieselbe Gruppe handelt, ist bislang unklar.