Der umgekippte LKW, der seit etwa fünf Uhr morgens die A3 bei Solingen/Hilden in Fahrtrichtung Köln blockiert hatte, ist geborgen. Die Vollsperrung allerdings dauerte länger als erwartet. Schließlich wurde die Sperrung gegen 16.15 Uhr aufgehoben.

Zuletzt liefen letzte Reinigungsarbeiten auf der Fahrbahn. Ein Stück Grünstreifen müsse wegen ausgelaufenen Treibstoffs weggebaggert werden, das benötige mehr Zeit, so ein Sprecher am Nachmittag. Zunächst würden zwei Fahrstreifen freigegeben, die linke Spur folge voraussichtlich am Samstagvormittag. Grund seien Reparaturarbeiten aufgrund der Unfallschäden an der Autobahn.

Lastwagen lag quer auf der Fahrbahn

Viele Pendler mussten am Freitag Extrazeit einplanen, denn die A3 in Richtung Köln war zwischen dem Kreuz Hilden und Solingen/Langenfeld seit dem frühen Morgen gesperrt. Auch am Nachmittag wurden noch kilometerlange Staus nicht nur von der A3 gemeldet, sondern auch von der A1, der A57 und wegen des Ausweichverkehrs auch innerorts, besonders in Solingen, Hilden und Langenfeld.

Zunächst hatte es geheißen, die Unfallstelle bleibe bis Mittag gesperrt, dann teilte Polizei-Pressesprecherin Annika Holst auf Anfrage unserer Redaktion mit, es dauere bis etwa gegen 15 Uhr, bis die Autobahn in Richtung Köln wieder freigegeben werde. Dann schließlich die neuerliche Verschiebung.

Der Grund für die Sperrung: ein umgekippter LKW auf Höhe des Rastplatzes Ohligser Heide, der über mehrere Fahrbahnen quer lag. Der LKW sei ins Schlingern geraten und mit der Leitplanke und anschließend mit der gegenüberliegenden Betonschutzwand kollidiert. Dann sei er umgekippt und habe einen Teil seiner Ladung verloren. Es handelt sich um Tiefkühlwaren, sagt die Polizeisprecherin, genauer um Backwaren wie Käsekuchen, Teilchen und Brötchen, wie der WDR berichtet. Der 51 Jahre alte Fahrer sei leicht verletzt worden, und aus dem Lastwagen laufe Diesel aus. Insgesamt gestaltete sich die Bergung aufwendig, so die Polizei. Am Nachmittag meldete die Polizei abschließend, der LKW-Fahrer sei im Krankenhaus behandelt worden. Zudem habe ein 33-jähriger unbeteiligter Zeuge einen Schock erlitten.

Kein alltäglicher Einsatz

Auch für die Feuerwehr war der Einsatz nicht alltäglich, betonte Frank Noack, stellvertretender Leiter und Pressesprecher der Feuerwehr Langenfeld. Für ihn und seine insgesamt 46 haupt- und ehrenamtlichen Kollegen galt es im Einsatz, Mengen an ausgelaufenem Diesel aufzufangen. Dies geschah mit einem pulverartigen Bindemittel, mit dem die Feuerwehr den ausgelaufenen Diesel abstreute.

Die Einsatzleitung hatte die Feuerwehr Solingen. Um kurz vor 8 Uhr war der Einsatz für Berufsfeuerwehr und Rettungsdienst aus Solingen beendet, so Maik Fuhrmann von der Feuerwehr-Leitstelle Solingen. Den Schutz der Stadt gewährleisteten währenddessen freiwillige Feuerwehrleute aus Solingen. Zur Arbeit der Einsatzkräfte vor Ort gehörten Abdichtungsmaßnahmen am LKW und das Sicherstellen des Brandschutzes. Vor Ort war laut Feuerwehr außerdem die Untere Wasserbehörde aus Mettmann.

Aus der Vollsperrung zwischen Kreuz Hilden und der Raststätte wurden Autos über eine Versorgungsspur der Raststätte abgeleitet; für Autos, die zwischen der Raststätte und der Abfahrt Solingen standen, richtete die Polizei laut WDR eine Ableitspur ein. Die Bergung des LKW übernahm laut Feuerwehr ein spezialisiertes Unternehmen. Die Polizei hatte dafür einen Kran angefordert. Am frühen Nachmittag lagen noch immer unzählige Schachteln mit Kuchen auf der Fahrbahn, wie Autofahrer berichteten, die in der Gegenrichtung an dem Unfall vorbeifuhren.

Am Morgen staute es sich auch auf der Ausweichroute der A57 zwischen Dormagen und Köln-Nord auf neun Kilometern. Was den Verkehrsinfarkt verstärkte: Derzeit entfällt auch die Ausweichroute A59 von Düsseldorf in Richtung Leverkusen, weil diese wegen monatelanger Bauarbeiten gesperrt ist.