„Wir sind an Recht und Gesetz gebunden und drücken bei Straftaten kein Auge zu“, sagt Strasberg. Gleichzeitig setze die Polizei auf Transparenz und Hinweise, etwa zu Waffenverboten oder dem Mitführen von Glasflaschen. Wichtig sei der Dialog. „Das ist ein ganz wichtiger Punkt: In den regelmäßigen Austausch zu gehen, sodass man Vertrauen aufbaut und Menschen das Gefühl haben, zur Polizei kann ich jederzeit kommen.“
Trotz der hohen Polizeipräsenz sieht Strasberg klare Grenzen. „Was wir nicht wollen, ist die Reeperbahn zu einem „Polizeigebiet“ zu machen.“ Kontrollen an den Zugängen lehnt er ab. „Das ist rechtlich nicht möglich und es hätte auch kaum jemand Verständnis dafür“, sagt er.
Seit Amtsantritt an der Davidwache hat Strasberg unter anderem Großveranstaltungen wie den Schlagermove mit 400.000 Schlagerfans oder den CSD polizeilich begleitet. „Wenn man in diesen Zeiten lebt und sich zwar weiterhin einer abstrakten, aber dennoch erhöhten Gefährdungslage gegenübersieht, wie sie in der Vergangenheit zumindest gefühlt so nicht bestand, dann ist das zu einem eine interessante Herausforderung, aber zum anderen auch eine Menge Verantwortung, die man trägt“, erzählt Strasberg.
Diese Verantwortung beschäftige ihn auch nach Dienstschluss. „Ich trage für meine Mitarbeitenden eine Verantwortung und bin nicht frei davon, manchmal Sachen von der Arbeit mitzunehmen.“ Ausgleich finde er zu Hause, etwa beim Kochen oder mit der Familie. Feiern gehe Strasberg nicht mehr auf der Reeperbahn.
„Ich weiß natürlich, dass ich meine Verantwortung habe und auch Vorbild für meine Kolleginnen und Kollegen bin, aber es gibt kein generelles Kiezverbot oder Ähnliches für Polizistinnen und Polizisten – auch nicht für die Mitarbeitenden der Davidwache“, erklärt er.