Einsamkeit im Alter ist ein stilles, oft unsichtbares Leiden. Viele Menschen erleben es und leiden unter einer tiefen Stille, die schwer auszuhalten ist. Diesem Gefühl tritt die Bürgerinitiative „zuhören draussen“ entgegen – mit einer Bank, einem Schild, einem offenen Ohr. Das geschieht achtsam, niedrigschwellig und mitten im öffentlichen Raum. Unter anderem wurden bereits in den Düsseldorfer Stadtteilen Oberkassel und Heerdt beste Erfahrungen mit je einer Zuhör-Bank gemacht. Auf solchen Bänken sind Passanten eingeladen, mit ehrenamtlichen Zuhörern ins Gespräch zu kommen.

Martina Manert, zweite Vorsitzende des Bürgervereins Düsseldorf-Lörick, beschreibt diese gemeinnützige Bürgerinitiative so: „Unsere Zuhör-Bänke sind ein Ort für alle, die sich ein offenes Ohr wünschen.“ Sie lädt die Passanten am Samstag, 30. Mai, ein, auf der Zuhör-Bank am Grevenbroicher Weg/Ecke Kaarster Weg Platz zu nehmen. Als Erkennungszeichen hält sie dann ein großes Herz in den Händen. Auf ihm steht: „Ich höre Dir zu.“

Entstanden ist die Idee, auch fremden Menschen zuzuhören, während der Pandemie. Christine von Fragstein, die diese Initiative gründete, erklärt: „Wir wollten ein niedrigschwelliges Angebot machen, wie Menschen im öffentlichen Raum ins Gespräch kommen. Das Interesse ist groß, unsere Initiative wächst stetig.“ Denn das Spektrum der Gesprächsthemen ist breit und die Vielfalt der Menschen, die das Zuhören in Anspruch nehmen, ist groß.

Die Initiative basiert auf der Überzeugung, dass Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Zugehörigkeit verspüren und dass achtsames Zuhören Vertrauen stärkt, Meinungsvielfalt fördert und die Basis für eine empathische Gesprächskultur bildet. Martina Manert fasst es so zusammen: „Unser Ziel ist es, Zuhören als gesellschaftliche Bewegung zu etablieren, echte Verbindung zu ermöglichen und die unterschätzte Kompetenz des Zuhörens wieder in den Mittelpunkt zu rücken.“

„Zuhören draussen“ ist jetzt nicht nur über die Website, sondern auch über eine App erreichbar. Hier sind alle Termine und Orte einzusehen und auch Verabredungen für ein Gespräch auf der Zuhör-Bank sind möglich. Alle detaillierten Informationen zu den teilnehmenden Städten sind zusammengefasst unter www.zuhoeren-draussen.de Die Initiative „zuhören draussen“ wird von Ehrenamtlichen des Bürgervereins Lörick, des Quartierprojekts Lörick der Diakonie und vom VauVauVau – Verkehrs- und Verschönerungsverein für den linksrheinischen Teil Düsseldorfs – großzügig unterstützt.