Die Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen hat jetzt auch Folgen für den wichtigsten Politiker des Landes: Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) darf mit seinem gepanzerten Audi A8 L Security nicht mehr über das marode Bauwerk fahren. Der Wagen ist einfach zu schwer. Das bestätigte die Staatskanzlei auf Anfrage unserer Redaktion.
„Die sondergeschützten Fahrzeuge des Fahrdienstes der Landesregierung unterliegen den Gewichtsbeschränkungen auf 3,5 Tonnen, was bei Routen- und Terminplanung zu berücksichtigen ist“, sagte ein Regierungssprecher. Ansonsten könne man aber „aus Sicherheitsgründen keine Angaben zu Reisedaten von Mitgliedern der Landesregierung“ machen.
Fakt ist: Auch NRW-Innenminister Herbert Reul wird in einem sogenannten sondergeschützten Fahrzeug chauffiert (gleiches Modell wie Wüst), er fällt damit ebenso unter die Beschränkung. Die anderen Minister haben „normale“ Autos und können wie gewohnt über die Theodor-Heuss-Brücke fahren.
Ein Problem mit dem gepanzerten Dienstwagen hatte schon Wüsts Vor-Vorgängerin Hannelore Kraft (SPD) – allerdings an der Leverkusener Rheinbrücke. Die war 2014 für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt worden. Kraft hatte damals bei einer Gewerkschafts-Veranstaltung in Leverkusen selbst erzählt, dass ihr Wagen nicht mehr über die Brücke dürfe. Das hatte Schlagzeilen gemacht.
Erst zehn Jahre später öffnete die neue Leverkusener Rheinbrücke, über die nun auch gepanzerte Autos wieder fahren dürfen. Wann das Nachfolge-Bauwerk der Theodor-Heuss-Brücke eröffnet wird, steht noch in den Sternen.
Der Düsseldorfer Landtagsabgeordnete Stefan Engstfeld (Grüne) ist Vorsitzender des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses „Brückendesaster“ und hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Thematik befasst. Engstfeld sagte unserer Redaktion: „Sondergeschützte Dienstwagen sind nur Einzelfälle und die Betroffenen können im Zweifel im Vorhinein einplanen, die Theodor-Heuss-Brücke zu umfahren. Für etliche Unternehmen ist die 3,5-Tonnen-Begrenzung aber eine Katastrophe.“ Lkw müssten lange Umwege fahren, das koste Zeit und Geld.