Fragen & Antworten

Standdatum: 10. Mai 2026.

Autorinnen und Autoren:
Michael Brandt

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Mehrere Wochenmärkte wurden in den vergangenen Jahren eingestellt. (Symbolbild)

Bild: Radio Bremen | Inès Schumann

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Imhoff: ökologisches Gemüse auf dem Findorffer Wochenmarkt

Mehrere Wochenmärkte wurden in den vergangenen Jahren eingestellt. (Symbolbild)

Bild: Radio Bremen | Inès Schumann

Vor allem bei den kleinen Märkten in den Bremer Stadtteilen klagen Kunden und Beiräte, dass immer wieder Standplätze leer bleiben. Jetzt werden Ideen gesucht, wie sich die Situation verbessern lässt.

Gab es vor 20 Jahren noch 35 Wochenmärkte im Bremer Stadtgebiet, sind heute davon noch 27 übrig, beschreibt Großmarkt-Sprecherin Christina Witte die aktuelle Situation. In den vergangenen fünf Jahren wurden die Märkte in der Überseestadt, an der Universität, in Hemelingen und am Fangturm im Stephaniquartier eingestellt. Der Markt in Lilienthal wurden vom Großmarkt im Herbst 2025 an die dortige Gemeinde übergeben.

Pläne für neue Märkte gibt es im Moment nicht, so der Großmarkt. Wenn sich aber zum Beispiel die Chance für eine Wiederbelebung des Marktes in der Überseestadt bietet, will der Großmarkt das aktiv angehen.

Sind aktuell weitere Märkte von einer Schließung bedroht?

Laut Lars Jansen vom Großmarkt nicht. Aber die ganz kleinen Märkte mit wenigen Händlern bereiten Sorgen. „Da müssen wir sehr genau drauf achten, dass uns da nicht noch weitere Beschicker verschwinden. Sonst wird so ein Markt auch infrage gestellt von den Besuchern“, sagt er. Kleine Märkte gibt es zum Beispiel in Horn-Lehe, Habenhausen oder in Gröpelingen.

Welche Probleme haben die Händler?

Zum einen Nachwuchssorgen. Fischhändler Wolfgang „Mütze“ Schulz, der auf dem Markt in Vegesack steht, sagt: „Es wird schlechter, ganz vorsichtig gesagt. Wir haben keine Nachfolger.“ Und auch Jansen betont: „Wir haben seit Jahrzehnten ein Sterben der landwirtschaftlichen Betriebe, insbesondere der kleinen. Gleiches gilt für das Lebensmittelhandwerk, für die Fleischereien, für die Bäckereien.“ Dazu machen Personalmangel und die Konkurrenz mit den Supermärkten den Händlern auf den Märkten zu schaffen.

Gibt es deshalb Lücken auf den Märkten?

Die Zahl der Händler hat sich in den vergangenen fünf Jahren um sieben Prozent verringert. Nach Auskunft des Großmarkts nutzen auch nicht mehr alle Händler jeden Markttag. Heißt: Vor allem an den Wochentagen sind nicht alle Händler vor Ort.

Wir haben immer Lücken, die wir gerne stopfen mögen. Am liebsten ist es uns, wenn die Märkte voll belegt sind. Das gelingt uns leider nicht immer, insbesondere unter der Woche.

Lars Jansen vom Großmarkt

Zahlen dazu, ob neben Händlern auch Kunden fehlen, gibt es nicht. Weil die Märkte auf offenen Flächen stattfinden, können laut Großmarkt keine Zählungen durchgeführt werden. Aber der Eindruck von Händlern und Kunden ist, dass weniger Menschen die regionalen Märkte nutzen. Die großen Märkte – zum Beispiel Findorff, Domshof, Geestemünde – sind davon laut Großmarkt nicht betroffen.

Der Wochenmarkt auf dem Bremer Domshof

Der Wochenmarkt auf dem Domshof findet von Montag bis Samstag täglich statt. (Archivbild)

Bild: Radio Bremen | Arne Helms

Wie reagiert die Politik?

Die Beiräte in den Stadtteilen, zum Beispiel in Vegesack und in der Vahr, sind beunruhigt und befassen sich mit der Zukunft der Märkte. Der Beirat in Vegesack schlägt beispielsweise vor, auf den Märkten mehr gastronomische Angebote mit Sitzgelegenheiten zu schaffen, konkret zum Beispiel einen Weinhandel. So sollen Anreize für die Kunden geschaffen werden, sich länger auf dem Markt aufzuhalten.

Wir haben einfach die Sorge, dass der Markt so langsam stirbt. Es werden immer weniger Händler und auch der Mix der Händler ist eigentlich nicht das, was wir von früher kennen.

Heike Sprehe (SPD), Beiratssprecherin in Vegesack

Welche Pluspunkte sieht der Großmarkt für die Märkte?

Trotz der Probleme gibt es aus Jansens Sicht auch Entwicklungen, die sich positiv auf die Märkte auswirken. So nimmt aus seiner Sicht die Nachfrage nach regionalen Produkten stark zu. Ebenso werde gesunde Ernährung wichtiger für die Menschen – und der persönliche Kontakt.

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Quelle:
buten un binnen.

Dieses Thema im Programm:
buten un binnen, 10. Mai 2026, 19:30 Uhr