Die erzgebirgische Moderatorin, Sängerin und Entertainerin Marianne Martin ist in der Nacht zum Sonntag im Alter von 90 Jahren gestorben. Mit ihr verliert das Erzgebirge eine prägende Persönlichkeit des Fernsehens und der Volksmusik, die Generationen von Zuschauern begleitet hat. Über Jahrzehnte hinweg stand sie für Heimatverbundenheit, Herzlichkeit und die Liebe zur erzgebirgischen Kultur.
Der Beginn einer außergewöhnlichen Karriere
Am 7. Oktober 1949 stand Marianne Martin erstmals auf einer großen Bühne. Was damals begann, entwickelte sich zu einer beeindruckenden Karriere von mehr als sieben Jahrzehnten. Zunächst gehörte sie dem „Ensemble 3. Tannen“ an, später bis 1988 der „Erzgebirgsgruppe Thalheim“. Zahlreiche Auftritte und Gastspiele führten sie weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus, auch in andere sozialistische Länder. Viele Begegnungen mit bekannten Stars aus Schlager und Volksmusik prägten diese Zeit.
Der Durchbruch im Fernsehen
1984 wurde der legendäre Entertainer und Talenteentdecker Heinz Quermann auf Marianne Martin aufmerksam. Noch im selben Jahr moderierte sie an Heiligabend die Sendung „Ihr Leitle freit eich alle“ im DDR-Fernsehen. Die Sendung entwickelte sich rasch zu einem großen Publikumserfolg und machte Marianne Martin weit über das Erzgebirge hinaus bekannt.
Nach der politischen Wende veränderte sich die Fernsehlandschaft grundlegend. Doch Marianne Martin bewies Kreativität und Mut zu neuen Ideen. Mit der Sendung „So klingt‘s bei uns im Arzgebirg“ schuf sie ein Format, das ihre Heimat in allen vier Jahreszeiten präsentierte – mit Musik, Mundart, Traditionen und touristischen Höhepunkten. Insgesamt stand Marianne Martin 37 Jahre lang vor der Kamera.
Heimatverbunden und den Menschen nah
Auch nach ihrem Abschied vom Fernsehen im Dezember 2020 blieb Marianne Martin ihrer Heimat eng verbunden. Bei öffentlichen Auftritten, etwa im Wasserschloss Klaffenbach, wurde deutlich, wie groß die Wertschätzung ihrer Fans und Weggefährten war.
Zu den besonderen Begegnungen ihres Lebens zählte auch das Treffen mit Peter Maffay im Jahr 2023 in Oberwiesenthal. Der Austausch über Projekte für Kinder und soziale Hilfe lag ihr besonders am Herzen. Überhaupt engagierte sich Marianne Martin zeitlebens für andere Menschen. Viele Künstler erhielten durch ihre Sendungen wichtige Impulse für ihre Karriere, zugleich unterstützte sie zahlreiche soziale Projekte und Spendenaktionen für Kinder.
Zahlreiche Ehrungen und große Anerkennung
Für ihr Wirken erhielt Marianne Martin viele Auszeichnungen. Besonders stolz war sie auf das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie auf ihre Ernennung zur Botschafterin des Erzgebirges. 2016 wurde sie mit der „Chemnitzer Biene“ geehrt, zwei Jahre später folgte die Aufnahme in die „Hall of Fame“ des Fernwehparks Oberkotzau.
Als großes Vorbild bezeichnete sie stets Carolin Reiber, mit der sie eine langjährige Freundschaft verband.
Dankbarkeit bis zuletzt
Auch im hohen Alter blieb Marianne Martin kreativ. Sie schrieb Gedichte und Texte, die oft von ihrer Heimat und den Menschen des Erzgebirges handelten. Trotz gesundheitlicher Beschwerden bewahrte sie sich ihren Optimismus, ihre Disziplin und ihren Glauben.
„Ich blicke dankbar auf mein Leben zurück und genieße jeden Tag“, sagte sie einmal.
Mit Marianne Martin verliert das Erzgebirge eine Stimme der Heimat, eine beliebte Moderatorin und einen warmherzigen Menschen. Ihre Lieder, ihre Sendungen und ihre Erinnerungen werden bleiben.

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