Münsters Torwart Johannes Schenk im Spiel gegen Darmstadt

Stand: 11.05.2026 • 00:00 Uhr

Vor der Heimpartie gegen den SV Darmstadt 98 hegte Preußen Münster noch Resthoffnungen auf den Relegationsplatz in der 2. Fußball-Bundesliga. Doch die wurden nachhaltig zertrümmert.

Denn die Preußen hätten zwingend einen Sieg gebraucht und so war das in knapp einstündiger Unterzahl am Sonntag erkämpfte 1:1 (1:1) gegen die Darmstädter zu wenig. Trotz einer ordentlichen Leistung im letzten Saison-Heimspiel steht der Tabellenletzte als erster Absteiger fest. Was im übrigen auch bei einem Sieg der Fall gewesen wäre, denn im Parallelspiel gewann Fortuna Düsseldorf gegen die SV Elversberg. Das machte den Relegationsplatz auch rechnerisch nicht mehr erreichbar.

Zwei Jahre nach dem Aufstieg tritt Münster damit wieder den Gang in die 3. Liga an, in der vergangenen Saison hatten die Preußen als Tabellen-15. noch die Klasse gehalten. Darmstadt bleibt auf Rang fünf, könnte aber am letzten Spieltag noch von Hertha BSC überholt werden.

Münsters Schwartz: „Trauriger Tag“

Münsters Trainer Alois Schwartz sprach gegenüber der Sportschau von einem „traurigen Tag“, ärgerte sich aber wegen dummer Fehler in den vergangenen drei Partien. Er lobte aber auch das Engagement seiner Mannschaft: „Es war ein gutes Gesicht.“

Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt sah am Sportschau-Mikro zwei Aspekte zum Thema Zufriedenheit: „Wenn man die normalen Maßstäbe einer Leistung anlegt, die wir zeigen wollen, dann natürlich nicht.“ Unter der dünnen Personallage mit nur 14 Profis, die „es kaum erlaubt, ein Zweitligaspiel zu spielen, ist es okay, hier einen Punkt mitzunehmen“.

Yamada schlägt früh für Münster zu

In Münster begannen die ersatzgeschwächten Darmstädter aber stark mit schnellen Chancen für Matej Maglica und Raoul Petretta. Doch die Führung erzielten die Adlerträger: Jorrit Hendrix‘ weit geschlagener Ball rutschte durch zu Shin Yamada und der marschierte auf den Kasten zu und vollendete aus 15 Metern mit einem Schuss zum 1:0 in die halbrechte Ecke (8.). Die Münsteraner Hoffnung lebte – allerdings nur sieben Minuten und mit tätiger Mithilfe der Gastgeber. Da erlief Isac Lidberg einen missglückten Rückpass von Babis Makridis, dribbelte sich durch und vollendete aus 13 Metern in die linke Ecke (15.). 1:1.

Erneut Yamada hätte bei einer Doppelchance für die erneute Preußen-Führung sorgen können, scheiterte aber zweimal an Keeper Marcel Schuhen. Wenig später bekamen die Hoffnungen der Gastgeber einen dicken Dämpfer: Kapitän Hendrix leistete sich eine Grätsche mit offener Sohle gegen Corredor und sah von Schiedsrichter Lukas Benen zu Recht sofort Rot (28.). Da gleichzeitig Düsseldorf gegen Elversberg führte und Fürth ein Remis gegen Hertha hielt, sah es nun ganz düster aus für die Preußen.

Münsters Schenk hält Foulelfmeter

Und wäre Johannes Schenk nicht gewesen, die Partie wäre wohl in der 37. Minute gelaufen gewesen. Da hielt der Keeper der Preußen einen zu lässig geschossenen Foulelfmeter von Lidberg. Aber auch ohne erneuten Rückstand zog sich Münster vor allem an den eigenen 16er zurück, kam nicht mehr zu Torchancen – und war nach wilden 45 Minuten zur Halbzeit abgestiegen.

Gelang es den Gastgebern in der zweiten Hälfte, zumindest die eigenen Hausaufgaben zu erledigen? Danach schaute es zunächst nicht aus. Die Partie war zerfahren, die dezimierten Preußen hofften auf den einen überraschenden Matchwinner und die Darmstädter warfen längst nicht alles in die Waagschale.

Darmstadts Maglica blockt Münsters Bouchama

Und plötzlich schien dieser eine Moment gekommen: Yassine Bouchama tauchte hinter der hochstehenden Darmstädter Defensive auf. Er gelangte an den Sechzehner, setzte zum Schuss an – und wurde in letzter Sekunde von Matej Maglica mit einer Grätsche geblockt (64.).

Darmstadt blieb überlegen, kam allerdings nicht zu mehr als ein paar Halbchancen. Aber langsam erlosch die Gegenwehr der Preußen, die wohl auch über die sichere Führung der Düsseldorfer im Parallelspiel informiert waren. Zudem hatte die lange Unterzahl Kraft gekostet. Und so bekamen die Fans im Stadion für mindestens eine Saison den letzten Abpfiff einer Zweitliga-Heimpartie der Preußen zu sehen.

Münster in Elversberg, Darmstadt gegen Paderborn

Münster ist am letzten Spieltag bei der SV Elversberg zu Gast, für die es noch um den Bundesliga-Aufstieg geht, genauso wie für den SC Paderborn, den Darmstadt zum Saisonfinale empfängt (beide Sonntag, 15.30 Uhr).