Königin Silvia von Schweden hat sich bei einer Fachkonferenz in Berlin für einen besseren Schutz von Kindern vor Gewalt eingesetzt. Die 82-Jährige mahnte an, dass Kinderschutz ein Maßstab für den Zustand einer Gesellschaft sei. Am Montag diskutierten Vertreter aus Politik, Justiz und weiteren gesellschaftlichen Bereichen im Hotel Adlon über konkrete Schritte zur Verbesserung des Kinderschutzes in Deutschland.

Die in Heidelberg geborene Königin sprach von ihren Erfahrungen über viele Jahrzehnte hinweg, in denen sie Kindern begegnete, deren Rechte verletzt wurden – oft verborgen und zu lange unbeachtet. Diese Begegnungen hätten ihr Leben geprägt. Sie forderte: «Wir schulden Kindern nicht nur Mitgefühl, sondern effektives verantwortungsvolles Handeln.» Fragen nach Wirksamkeit und Kosten dürften nicht nur kurzfristig betrachtet werden, sondern bräuchten eine stabile langfristige Grundlage.

Erschreckende Dunkelziffer

Astrid Helling-Bakki, Vorstand der World Childhood Foundation Deutschland, nannte erschreckende Zahlen: Neun von zehn Fällen von Kindesmissbrauch bleiben unentdeckt. Zu den Formen von Gewalt gegen Kinder gehören körperliche Übergriffe, sexuelle Gewalt und emotionaler Missbrauch.

Elke Büdenbender, Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, betonte, dass sexueller Kindesmissbrauch kein Randphänomen sei. Kinder könnten nicht einmal in ihren eigenen Familien sicher sein. Sie forderte ein ressortübergreifendes Vorgehen und warnte vor den Gefahren des Internets und sozialer Medien.

Digitale Gewalt als Alltag