Es ist bald ein Jahr her, dass vier junge Männer mit dem Tretboot auf der Ruhr nahe der Mülheimer Stadtmitte unterwegs waren, als sie plötzlich Hilferufe hörten. Ohne zu zögern steuerten sie in Richtung der Schreie und entdeckten einen Mann, der im Wasser um sein Leben kämpfte.

Dieser war zuvor gemeinsam mit seiner Frau von der Mülheimer Schloßbrücke in die Ruhr gesprungen. Zwei der Männer sprangen sofort ins Wasser und ihnen gelang es, den Mann gemeinsam an Bord zu ziehen. Murat Yel tauchte derweil ab, um auch die Frau zu retten. „Ich habe gar nicht nachgedacht, sondern einfach gehandelt“, erinnert sich der Lebensretter.

Trotz Rettung aus der Ruhr: Frau verstirbt im Krankenhaus

Mit letzter Kraft brachte er sie gemeinsam mit weiteren heraneilenden Passanten an die Oberfläche und übergab sie der inzwischen eingetroffenen Feuerwehr. Für die Frau kam aber jede Hilfe zu spät. Sie verstarb im Krankenhaus. „Das Gesicht der Frau werde ich nie vergessen“, sagte Soheib Benhamza später in einem Gespräch mit dieser Redaktion.

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Für ihren besonderen Mut unter dem Einsatz ihres eigenen Lebens wurden Yel, Benhamza, Hami Degermenci und Vedat Basoglu jetzt von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) mit der Medaille für „Rettung aus Lebensgefahr“ geehrt. „Die vier jungen Männer sind keine ausgebildeten Rettungsschwimmer. Sie verfügen lediglich über ein früher abgelegtes Jugendschwimmabzeichen und bezeichnen sich selbst als eher mäßige Schwimmer“, teilte die DLRG mit.

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DLRG würdigt den Einsatz von vier jungen Männern besonders

Gerade deshalb würdigten die Verantwortlichen ihren Einsatz besonders. Die Medaillen wurden von Bezirksleiterin Frauke Jerabeck, dem Leiter Einsatz des LV Nordrhein, Dr. Andreas Wagener, sowie Bürgermeister Markus Püll überreicht. Die vier jungen Männer sind selbst stolz auf ihren Einsatz, fragten sich aber hinterher auch, „ob wir die Frau auch hätten retten können, wenn wir früher ins Wasser gesprungen wären.“