Wer dieser Tage auf der Homepage der Hamburg Open stöbert, kommt an Alexander Zverev nicht vorbei. Der wichtigste Werbeträger für das Traditionsturnier am Rothenbaum ist dort allgegenwärtig, flankiert wird er von Stars wie Félix Auger-Aliassime und Ben Shelton. Der Haken dabei: Ob sich der beste deutsche Tennisspieler in seiner Heimat ab Freitag auch wirklich mit der internationalen Elite misst, scheint inzwischen mehr als fraglich.
Er könne sich nun „ausruhen, neue Energie tanken und mich zu 100 Prozent auf die French Open vorbereiten“, sagte Zverev am Dienstagnachmittag nach seinem bitteren Achtelfinal-Aus beim ATP-Masters in Rom, ein „kleiner Segen“ sei das in dieser für ihn „schwierigen Phase“. Er habe nun „zwei Wochen Zeit bis zu meinem nächsten Spiel“. Und damit meinte Zverev ganz offenbar seine Erstrundenpartie bei den French Open, die am 24. Mai beginnen.
Es gibt „keinen Anruf und keine Absage“
Doch was ist mit Hamburg? Der Veranstalter jedenfalls weiß nicht von einem möglichen Verzicht des 29-Jährigen: Es gebe „keinen Anruf und keine Absage“ von Zverev, hieß es von Hamburger Turnierseite auf Anfrage.
Dabei wäre es nicht das erste Mal, dass Zverev wegen eines Grand Slam ein Turnier in Deutschland auslässt. Vor zwei Jahren etwa verzichtete er nach seiner Niederlage im French-Open-Finale gegen Carlos Alcaraz auf einen Start am Stuttgarter Weißenhof.
Nun deutet alles darauf hin, dass Zverev sich diesmal vor dem Sandplatz-Spektakel in Roland Garros eine Verschnaufpause gönnt. Die dürfte er auch dazu nutzen, die schmerzhafte wie vermeidbare Niederlage gegen Luciano Darderi zu verarbeiten. Im Achtelfinale von Rom spielte Zverev den Italiener zunächst an die Wand, vergab im zweiten Satz jedoch vier Matchbälle im Tiebreak und brach dann völlig ein. Letztlich unterlag der Hamburger 6:1, 6:7 (10:12), 0:6.
„Sonst können wir ihm den Pokal auch gleich überreichen“
Im Anschluss schimpfte Zverev über „den schlechtesten Platz“, auf dem er „je gespielt“ habe – und räumte ein: „Ich hätte das Match in zwei Sätzen gewinnen sollen.“ Danach habe Darderi „fantastisch gespielt.“ Die Nummer drei der Weltrangliste schied damit erst zum zweiten Mal in diesem Jahr bei einem Turnier vor dem Halbfinale aus.
Bei den vorherigen fünf Masters-Turnieren war Zverev jeweils an Jannik Sinner gescheitert – in Paris bei den French Open will der Deutsche den Spieß nun umdrehen: „Ich muss daran glauben, dass ich ihn schlagen kann“, sagte Zverev und fügte an: „Sonst können wir ihm den Pokal auch gleich überreichen, ohne das Turnier zu spielen.“
Daran jedoch denkt Zverev gar nicht erst – und verzichtet genau deswegen womöglich auf ein anderes Turnier.