In Zeiten der Inflation
Wie viel Trinkgeld ist angemessen in Hamburg?
Aktualisiert am 16.05.2026 – 02:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Münzen, ein Geldschein und eine Rechnung liegen neben einer leeren Kaffeetasse auf einem Tisch in einem Restaurant: In Hamburg wird immer weniger Trinkgeld bezahlt. (Quelle: Tobias Hase/Archiv/dpa)
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Trinkgeld ist ein Dauerbrenner: Wie viel ist angemessen? In Hamburg wird immer weniger gezahlt.
Hand aufs Herz: Geben Sie Trinkgeld? Und wenn ja, auch in angemessener Höhe? Gastronomen berichteten, dass die Höhe des Tips zurückgeht. Die Inflation spiegelt sich in den Preisen der Restaurant-Karten wider. Essen gehen muss man sich inzwischen leisten können.
Luxus, das sei ein Besuch im Restaurant inzwischen. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage des NDR, für die knapp 16.000 Menschen befragt wurden. Familien mit Kindern können sich essen gehen noch weniger leisten, sagten 78 Prozent der Befragten.
Inflation macht Restaurant-Besuche teuer
Die gestiegenen Preise schnüren den Geldbeutel zu – und das auch beim Trinkgeld. Bis zur Pandemie waren zehn Prozent vom Rechnungsbetrag üblich. „Heute runden viele eher auf oder bestellen online und dann gibt es kaum Trinkgeld mehr“, sagte eine Hamburger Kellnerin zum NDR.
Auch Kartenzahlen würde dem Trinkgeld im Wege stehen. Es würde schlichtweg vergessen, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Sascha Hoffmann von der Fresenius-Hochschulezum „NDR“. „Das ist erst mal ein Trend, der für die Servicekräfte bedauerlich ist, weil sie sind zu einem Großteil auf die Trinkgelder angewiesen, um ein vernünftiges Einkommen zu haben. Und wenn das reduziert wird, ist das problematisch“, sagt Hoffmann. Positiv wertet der Experte, dass es zunehmend an Bezahlterminals von Restaurants und Cafés die Trinkgeld-Funktion gebe.
Lohn statt Trinkgeld
Für Silke Kettner von der Gewerkschaft „Nahrung-Genuss-Gaststätten“ (NGG) ist Trinkgeld eine „Gratis-Reingabe, ein ‚Dankeschön‘, das freiwillig bezahlt wird. Dafür hat das Trinkgeld seine Bewandnis und ist auch dann eine gute Sache.“ Trinkgeld dürfe nicht als fester Bestandteil des Gehalts zählen. Es müsse fairer Lohn gezahlt werden.
Doch wie viel Trinkgeld sollte man nun zahlen? Vier Prozent sind für die Beschäftigten sehr wenig, zehn oder gar fünfzehn Prozent können sich die Wenigsten leisten. Der goldene Mittelweg, also sechs bis acht Prozent, wären ein guter Anfang.
Welttrinkgeldtag
Um Menschen dazu zu animieren, mehr Trinkgeld zu zahlen, hat der Verein „MenscHHamburg“ den Welttrinkgeldtag ins Leben gerufen. Immer am 21. Mai werden die Trinkgelder, die beim Servicepersonal landen, von den Gastronomen für einen guten Zweck verdoppelt.
So profitieren alle: Beim Personal landet durch die Aktion mehr Trinkgeld als üblich, gemeinnützige Initiativen bekommen Geld von den Gastro-Betreibern. Und die können ihre Spende steuerlich geltend machen.
