MSV-Spieler Rasim Bulic liegt auf dem Rasen

Stand: 16.05.2026 • 20:12 Uhr

Zumindest die Aufstiegsrelegation war für den MSV Duisburg zum Greifen nah. Doch weil es beim Saisonfinale der 3. Liga am Samstag nur zu einem 1:1 (0:0) gegen Viktoria Köln reichte, mussten die „Zebras“ den Rivalen Rot-Weiss Essen noch vorbeiziehen lassen. Die Enttäuschung beim MSV ist nun riesengroß.

Die Duisburger Spieler trotteten nach dem Abpfiff mit hängenden Köpfen über den Rasen der MSV-Arena. Die Duisburg-Fans bemühten sich um Aufmunterung, das Team war aber untröstlich.

„Brutaler geht’s nicht“, sagte Duisburgs Trainer Dietmar Hirsch nach dem Spiel am WDR-Mikrofon. Nach seiner Gefühlslage befragt, sagte Hirsch nur: „Völlige Leere.“ Er ergänzte: „Wir müssen uns erst mal schütteln, das tut weh heute.“

Vor dem letzten Spieltag war Duisburg Tabellendritter, hatte sogar noch kleine Chancen auf den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga. Auch die Rahmenbedingungen beim letzten Drittliga-Spiel der Saison passten: In der mit 30.343 Fans gefüllten Arena war die Atmosphäre fantastisch, eine große Choreographie der MSV-Fans stimmte die Spieler vor dem Anpfiff ein: „Hier regiert der Wille, hier fällt jeder Gegner“, stand in der Nordkurve, die damit die Heimstärke beschwören wollte.

Tatsächlich blieben die „Zebras“ auch im 19. Heimspiel der Drittliga-Saison ungeschlagen – es fühlte sich dennoch an wie eine Niederlage, weil Viktoria Köln unbekümmert mitspielte und die Gastgeber ärgerte. Nach dem Kölner Führungstor durch Taylan Duman (50. Minute) reichte es für Duisburg nur noch zum Ausgleich durch Joshua Bitter (76.).

Weit in der Nachspielzeit hatte MSV-Verteidiger Rasim Bulic den Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterte aber am Pfosten (90.+7). „Leider wollte ich ihn zu platziert schießen, er ist dann wieder rausgesprungen“, sagte der 25-Jährige nach dem Spiel.

Wenige Augenblicke bevor Bulic die finale Torchance vergab, hatte der Duisburger Erzrivale und Aufstiegskonkurrent Rot-Weiss Essen in seinem Spiel in Ulm den Treffer zum 3:2 erzielt. Dieses Tor beförderte RWE schließlich auf den dritten Platz und machte den MSV zum Tabellenvierten.

„Es macht mich sprachlos“, sagte MSV-Mittelfeldspieler Can Coskun. „Dramatischer kann es nicht laufen.“

Vierter Platz als Aufsteiger

Der MSV war als Aufsteiger aus der Regionalliga in die Saison gegangen und beendete die Drittliga-Spielzeit nun auf dem eigentlich achtbaren Tabellenplatz vier, der zudem die Qualifikation für den DFB-Pokal sichert. Darüber freuen können sich die Duisburger bisher noch nicht. „Das ist ein Trostpreis“, sagte Dietmar Hirsch.

Duisburg-Trainer Dietmar Hirsch

Der 54-Jährige richtete den Blick aber auch noch vorne: Am 23. Mai wolle man den Niederrheinpokal gewinnen und dann nach dem langen Urlaub wieder angreifen, sagte er. „Es gibt genug Beispiele, Cottbus ist das beste – vielleicht kann man sich daran orientieren“, erklärte Hirsch. Energie Cottbus verspielte in der vergangenen Saison am letzten Spieltag den Aufstieg in die 2. Bundesliga, blieb aber diesmal dann nervenstark und sicherte sich einen direkten Aufstiegsplatz.

Auch Coskun kündigte an: „Wir werden wieder aufstehen, wir werden wieder Gas geben.“

Unsere Quellen:

  • Drittliga-Spiel MSV Duisburg gegen Viktoria Köln am 16.05.2026 (Live-Übertragung im WDR) und eigene Berichterstattung dazu
  • WDR-Interviews mit Dietmar Hirsch, Can Coskun und Rasim Bulic

Sendung: WDR.de, „Duisburg untröstlich nach verpasstem Aufstieg“, 16.05.2026, 20:03 Uhr

Westdeutscher Rundfunk