Borussia Düsseldorf hat den Traum vom nächsten Champions-League-Titel verpasst. Beim Final Four der Champions-League in der Saarbrücker Saarlandhalle musste sich der deutsche Rekordmeister im Halbfinale der Alliance Nîmes/Montpellier mit 1:3 geschlagen geben. Besonders die überragenden Lebrun-Brüder Alexis und Félix sorgten dafür, dass die Franzosen Revanche für das Viertelfinal-Aus der vergangenen Saison nehmen konnten.

Schon vor dem ersten Ballwechsel war klar gewesen, wie schwer die Aufgabe werden würde. Trainer Danny Heister hatte die enorme Entwicklung der Lebrun-Brüder hervorgehoben und eine absolute Topleistung seiner Mannschaft gefordert. Und tatsächlich verwandelte sich die Saarlandhalle an diesem Nachmittag nahezu in ein französisches Heimspiel. Die Fans peitschten die Spieler aus Montpellier lautstark nach vorne, besonders Alexis und Félix Lebrun wurden frenetisch gefeiert.

Den Auftakt machte Dang Qiu gegen Alexis Lebrun – ein Duell, das deutlich enger war, als es das Ergebnis vermuten lässt. Die Ballwechsel waren hochklassig, intensiv und spektakulär, doch in den entscheidenden Momenten fehlte dem Düsseldorfer das nötige Glück. Alexis Lebrun nutzte seine Chancen konsequenter und gewann mit 3:0 (11:5, 11:8, 11:8).

Anschließend traf Anton Källberg auf Félix Lebrun. Der Schwede startete stark und hielt das Match lange völlig offen. Vor allem der zweite Satz entwickelte sich zu einem echten Krimi, der erst mit 16:14 zugunsten des Franzosen endete. Félix Lebrun spielte sich danach immer mehr in einen Rausch und brachte Montpellier mit einem weiteren 3:0-Erfolg (11:9, 16:14, 11:8) mit 2:0 in Führung.

Unter großem Druck betrat danach Kanak Jha die Box. Gegen Manav Thakkar zeigte der Amerikaner eine konzentrierte und mutige Leistung. Zwar musste er einen Satz abgeben, insgesamt war Jha jedoch der stabilere Spieler und hielt Düsseldorf mit einem verdienten 3:1-Sieg (11:9, 12:10, 8:11, 11:9) im Spiel.

Damit ruhte die Hoffnung der Borussia erneut auf Dang Qiu, der im vierten Match auf Félix Lebrun traf. Die Begegnung hielt alles, was sie versprach: schnelle Ballwechsel, harte Topspins und spektakuläre Rallyes auf absolutem Weltklasseniveau. Beide lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, die ersten beiden Sätze waren extrem knapp und wurden jeweils geteilt. Doch im weiteren Verlauf setzte sich Félix Lebrun mit seiner Dynamik und Entschlossenheit durch. Dang Qiu kämpfte bis zum letzten Punkt, musste sich am Ende aber mit 1:3 geschlagen geben (14:16, 11:9, 5:11, 8:11).

Damit stand fest: Borussia Düsseldorf ist aus der Champions League ausgeschieden, während Montpellier morgen im Finale auf Gastgeber 1. FC Saarbrücken TT trifft. Saarbrücken hatte sich zuvor souverän mit 3:0 gegen Bogoria Grodzisk aus Polen durchgesetzt.

Die Enttäuschung bei der Borussia war nach dem Halbfinal-Aus spürbar. Manager Andreas Preuß machte jedoch deutlich, dass der Blick nun sofort nach vorne gehen muss: „Wir wussten, dass es heute ein sehr schwieriges Spiel wird und dass wir nicht die Favoriten sind. Natürlich sind wir enttäuscht. Jetzt heißt es volle Konzentration auf das TTBL Final 4 und die Deutsche Meisterschaft Ende Mai.“

Während Montpellier also vom europäischen Titel träumt, geht es für das Team von Danny Heister zurück nach Düsseldorf – mit der Hoffnung, die Saison in der nationalen Meisterschaft doch noch mit einem großen Erfolg zu krönen.