Im Neubau Bergerstraße der Wohngenossenschaft Witten-Mitte ziehen dieser Tage die letzten Mieter ein. „Wir haben uns für einen Zwei-Wochen-Rhythmus entschieden“, erläutert Vorstand Tim Leweringhaus. Die zeitversetzten Bezugstermine habe allen Beteiligten Stress erspart. Kaum ist der Gebäudekomplex komplett bezogen, da denkt der Vorstand bereits ans nächste Projekt. Das NRW-weit beachtete Bauvorhaben an der Jahnstraße nimmt Fahrt auf.
Das neue Immobilienprojekt, wie die Bergerstraße in der Innenstadt gelegen, wird von Politik und Bauwirtschaft mit besonderem Interesse beobachtet. Die Wohngenossenschaft will dort nämlich ein Mietshaus der E-Klasse errichtet. „E“ steht für einfache Baustandards. Beabsichtigt ist, schneller und zugleich günstiger zu bauen. Allerdings soll dabei erklärtermaßen weder an Sicherheit noch notwendigem Wohnkonform gespart werden.
Wann das Gebäude der neuen E-Klasse in Witten-Mitte entsteht
„Wir gehen davon aus, dass wir im Sommer, spätestens im Herbst mit den Bauarbeiten starten können“, sagt Tim Leweringhaus. „Wir liegen bei den Planungen in den letzten Zügen. Wir warten auf die Baugenehmigung.“
Das geplante Gebäude an der Jahnstraße gilt als Modellversuch. Die Wohngenossenschaft will herausfinden, ob vereinfachte Baustandards tatsächlich den gewünschten Effekt bringen: „Wir wollen sehen, was da herauskommt.“ Gut möglich, deutet Tim Leweringhaus an, dass positive Auswirkungen der Spar-Bauweise auch in die beabsichtigte Bebauung des Kornmarkts einfließen.

So sieht das neue Mehrfamilienhaus der Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte an der Bergerstraße aus. Es liegt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof.
© WAZ | Jürgen Overkott
Wie die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte Zeit und Geld spart
Kostengünstiges Bauen ist angesichts des seit Jahren andauernden Preisdrucks in der Immobilien-Wirtschaft das Top-Thema der Branche. Witten-Mitte hat bereits beim Mietwohnungskomplex an der Bergerstraße die im Bundesschnitt stark gestiegenen Baukosten durch sogenannte modulare Bauweise senken können. So wurden Wände nicht, wie früher, gemauert. Vielmehr wurden ganze Wände angeliefert. Obendrein wurden nahezu komplett ausgestattete Badezimmer in die zwei bis dreieinhalb Zimmer großen Wohnungen eingesetzt. Lediglich die gläsernen Trennwände der Duschen wurden vor Ort montiert.
Parkplätze sind ausreichend vorhanden, für Verbrenner wie für E-Autos, ganz gleich ob draußen oder drinnen in der Tiefgarage. Wer im Gebäudekomplex Bergerstraße 30/30a eingezogen ist, kann bei Bedarf einen Stellplatz anmieten.
Wie groß die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Witten-Mitte ist
Als Extra des Mehrparteien-Gebäudes gilt zumindest für junge Familien die Kita im Haus. Sie wird von der katholischen St.-Elisabeth-Gruppe betrieben.

Die Wohngenossenschaft Witten-Mitte bietet immer mehr E.-Parkplätze an. Auch sie selbst setzt zunehmend auf Elektromobilität.
© WAZ | Jürgen Overkott
Kein Wunder, dass die Nachfrage enorm groß war. „Es gibt Wartelisten. Wir haben pro Monat 100 Bewerber, die sich bei uns melden“, stellt Tim Leweringhaus fest. Um eine der insgesamt 44 neuen, öffentlich geförderten Wohnungen beziehen zu dürfen, ist ein Wohnberechtigungsschein erforderlich. Die neuen Mietparteien spiegeln die Gesellschaft. Leweringhaus: „Es sind alle vertreten, vom Studi bis zum Rentner.“ Immerhin liegt die Kaltmiete bei 6,15 Euro pro Quadratmeter – sie gilt in der Region Ruhr-Ost als außergewöhnlich günstig.
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Nebenher hat Witten-Mitte auf diskrete Weise für sich Werbung gemacht. Das Bauprojekt war sechs Monate schneller fertig als geplant. Die Frage, ob öffentliche Einrichtungen von der Genossenschaft lernen können, ließ Tim Leweringhaus unbeantwortet. Etwas anderes allerdings sprach Bände: das Glitzern in seinen Augen.