Zuschauer fordern: „ESC-Finanzierung einstellen!“
Nicht nur in den Kommentarspalten, auch auf X überschlagen sich nach dem Finale die Reaktionen. Dort wird teils offen ein Ausstieg Deutschlands aus dem Wettbewerb gefordert.
„Deutschland sollte für den ESC kein Geld mehr ausgeben und nicht mehr an dieser Trash-Veranstaltung teilnehmen“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer fordert knapp: „Deutschland sollte die ESC-Finanzierung einstellen.“
Viele Fans kritisieren dabei vor allem, dass Deutschland zu den größten Geldgebern des Wettbewerbs gehört und trotzdem immer wieder auf den hinteren Plätzen landet.
Doch wie viel Wahrheit steckt eigentlich hinter dem Vorwurf der wütenden Community, dass Deutschland die „Trash-Veranstaltung“ komplett allein finanziert? Und woher kommen die finanziellen Mittel für das jährliche Musik-Spektakel überhaupt?
Fakt ist: Deutschland gehört vertraglich zu den sogenannten „Big Five“ (zusammen mit Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien). Das sind die fünf größten Geldgeber des veranstaltenden Senderbündnisses, der European Broadcasting Union (EBU). Als Belohnung für diese finanzielle Finanzspritze genießt Deutschland das Privileg, jedes Jahr direkt und ohne Umwege über die Halbfinals für das große Samstags-Finale gesetzt zu sein – eine Garantie, die Sarah Engels in diesem Jahr zwar den Startplatz einbrachte, sie vor dem harten Fan-Urteil aber nicht schützen konnte.
Eine offizielle Gesamtsumme für Deutschlands ESC-Kosten 2026 wurde bislang zwar nicht veröffentlicht. Mehrere Medienberichte verweisen jedoch darauf, dass Deutschland allein für die Teilnahmegebühr im vergangenen Jahr rund 451.000 Euro zahlte. Zudem fließen weitere Kosten in Vorentscheid, Produktion, Delegation, Technik und Promotion. „Joyn“ schätzt inflationsbedingt die Kosten dieses Jahr auf fast 620.000 Euro. Ein großer Teil davon fließt als direkte Start- und Teilnahmegebühr an die EBU nach Genf.