Fink nennt den Vorstoß der EU-Kommission deshalb „absolut sinnvoll“, weil Hersteller einen stärkeren Anreiz bekommen, wieder in Europa zu produzieren. Konkret plant Brüssel, dass bei wichtigen Arzneimitteln künftig europäische Hersteller bevorzugt werden – vor allem, wenn deren Herstellung stark von China abhängig ist.
Lob kommt dafür auch vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie. Sprecher Hermann Hofmann meint, Europa werde dadurch resilienter – wenn in Krisenzeiten Transportwege nach Asien gestört sind oder bewusst gekappt werden.
Offen bleibt allerdings die Kostenfrage: Werden Medikamente und schlussendlich auch Krankenkassenbeiträge wieder teurer? „Nicht unbedingt. Wir gehen davon aus, dass das Kostenthema in der Balance bleibt, auch weil wir ja ohnehin über sehr preisgünstige Arzneimittel sprechen.“ Hofmann ergänzt, dass ein preisgünstiges Arzneimittel, das verfügbar ist, allemal besser ist als das billigste, das nicht lieferfähig ist. Dieses Problem habe man ja quasi täglich in den Apotheken.