- In Frankreich häufen sich schwere Verkehrsunfälle, bei denen Lachgas im Spiel sein könnte – teils mit mehreren Todesopfern.
- Besonders junge Menschen konsumieren Lachgas als Partydroge, oft mit verzögerten, gefährlichen Wirkungen.
- Studien zeigen: Bereits jede 20. Person unter 35 Jahren hat schon unter Lachgaseinfluss ein Fahrzeug gelenkt.
- Die französische Regierung will den Konsum, das Fahren unter Einfluss und den Transport ohne Grund strafbar machen.
Der Konsum von Lachgas nimmt zu. Das Distickstoffmonoxid (N₂O) wird aus Kartuschen eingeatmet und erzeugt einen kurzen Rauschzustand. Besonders bei jungen Menschen ist die vermeintliche Partydroge beliebt. Doch sie kann der Gesundheit massiv schaden und birgt erhebliche Risiken – auch im Strassenverkehr.
Tödliche Unfälle geben Anlass zur Sorge
Frankreich trauert immer wieder um junge Opfer schwerer Verkehrsunfälle. Bei vielen dieser dramatischen Crashs – oft mit mehreren Todesopfern – steht der Verdacht im Raum, dass Lachgas eine Rolle spielte.
Legende:
Überreste eines gefährlichen Trends: zwei benutzte Lachgasflaschen und ein benutzter Luftballon.
Keystone / ANNETTE RIEDL
Ein besonders tragischer Fall ereignete sich in Lille: Dort wurde der 19‑jährige Mathis von einem Autofahrer erfasst und getötet. Seine Familie warnt eindringlich vor der Droge. Sein Vater sagt, er hoffe, dass «die Justiz konsequenter handelt und Lachgas verschwindet – ich möchte nicht, dass jemals wieder ein Mathis sterben muss».
Im letzten Jahr haben sich solche Unfälle gehäuft. Eine Studie zeigt: In Frankreich ist bereits jede 20. Person unter 35 Jahren schon einmal unter dem Einfluss von Lachgas am Steuer gesessen.
Konsum steigt – Wirkung wird unterschätzt
«Nicht nur die Zahl der Unfälle steigt, sondern auch der Konsum selbst. Immer häufiger finden sich entlang von Strassen und in Städten leere Kartuschen», sagt Bernadette Moreau, Geschäftsführerin der Stiftung Vinci Autobahnen. Ihre Stiftung hat deshalb eine Präventionskampagne lanciert.
Legende:
Beliebte Partydroge: Lachgasdosen stehen neben gebrauchten Party-Luftballons.
Keystone/Marcus Brandt
Die Wirkung der Droge wird oft unterschätzt: «In den ersten Minuten kommt es häufig zu Lachanfällen, doch danach setzen Probleme ein. Die Wirkung könne 30 bis 45 Minuten anhalten – mit Aussetzern, Konzentrationsverlust und Gleichgewichtsstörungen», so Moreau.
Behörden reagieren – Politik will Verbot
Die französischen Behörden haben reagiert. Die Polizei führt vermehrt Kontrollen durch, um Lachgaskonsum im Strassenverkehr aufzuspüren. In Lyon hat ein Spital sogar eine eigene Abteilung für Lachgassüchtige eröffnet.
Nun zieht auch die Politik nach. Frankreichs Regierung plant, den Umgang mit Lachgas deutlich strenger zu regeln. Innenminister Laurent Nuñez erklärt, man schaffe «drei Straftatbestände für den Konsum von Lachgas, das Fahren unter Einfluss von Lachgas und den Transport von Lachgas ohne triftigen Grund».
Mit diesen Massnahmen will die Regierung die Zahl der fatalen Unfälle künftig verringern – und eine wachsende Gefahr eindämmen.