Der Ausbau der Bahnstrecke Ulm-Augsburg rückt wieder einen Schritt näher: An diesem Donnerstag macht der Bundestag den Weg frei für das Milliardenprojekt, das die Fahrzeit zwischen beiden Städten um rund ein Drittel auf nur noch 26 Minuten senken soll. Für Augsburg und ganz Bayerisch-Schwaben eröffne sich dadurch die Möglichkeit, Teil einer echten Hochleistungs- und Hochgeschwindigkeitsstrecke in Europa zu werden, betonte Verkehrs-Staatssekretär Ulrich Lange (CSU) gegenüber unserer Redaktion. Mit dem Abschluss des parlamentarischen Verfahrens im Bundestag „erreichen wir einen Meilenstein, auf den in der Region sehr lange gewartet wurde.“
Kosten von mehr als acht Milliarden
Nach der Zustimmung des Bundestages soll innerhalb von fünf Jahren die endgültige Planung für die neue Trasse stehen, die weitgehend parallel zur Autobahn A8 verläuft. In Kombination mit dem Ausbau der Strecke Stuttgart-Ulm würde sich die Fahrzeit zwischen Augsburg und Stuttgart dann von gegenwärtig 1:40 Stunden auf weniger als eine Stunde verkürzen. „Jahrzehnte nach der für unsere Region bedauerlichen Entscheidung, die Neubaustrecke Berlin-München über Ingolstadt zu führen, kommen wir nun einen wesentlichen Schritt auf dem Weg zur besseren Anbindung von Augsburg und ganz Bayerisch-Schwaben voran“, sagte Lange. Die Kosten dafür liegen nach Einschätzung des Verkehrsministeriums im günstigsten Fall bei gut acht Milliarden Euro, im ungünstigsten bei rund 13 Milliarden. .
In einem Antrag, der am Donnerstag ebenfalls abgestimmt werden soll und unserer Redaktion vorliegt, fordert die Unionsfraktion außerdem einen „über das gesetzliche Maß hinausgehenden Schutz von Anwohnern und Umwelt.“ Im Moment befänden sich Politik und Bahn „auf der Zielgeraden der Vorplanungen“, betonte Lange. Die entsprechende Finanzierung vorausgesetzt, könnten die ersten Züge auf der neuen Strecke dann Ende der 30er- oder Anfang der 40er-Jahre fahren.