Für Moskau steht bei dem Pipeline-Projekt viel auf dem Spiel.

Für Moskau steht bei dem Pipeline-Projekt viel auf dem Spiel.

Maxim Shemetov – China Pool/Getty Images

  • Russland und China haben sich auf eine „grundlegende Übereinkunft“ zur geplanten Pipeline „Power of Siberia 2″ geeinigt – ein konkreter Zeitplan fehlt aber noch.
  • Die 2.600 Kilometer lange Pipeline soll jährlich 50 Milliarden Kubikmeter Gas von Sibirien durch die Mongolei nach China transportieren.
  • Für Russland ist das Projekt strategisch entscheidend, denn Moskau sucht dringend neue Abnehmer für das Pipeline-Gas.

Russland und China nähern sich bei den Verhandlungen über eine zweite große Gaspipeline an. Moskau meldete Fortschritte nach Gesprächen zwischen Präsident Wladimir Putin und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping. Ein finaler Durchbruch blieb jedoch aus.

Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte am Mittwoch, beide Seiten hätten eine „grundlegende Übereinkunft“ erzielt. Diese betreffe unter anderem „die Trassenführung und die Bauweise“ der Pipeline. Dennoch stünden wichtige Entscheidungen noch aus.

Einen „klaren Zeitplan“ für das Projekt gebe es nicht, so Peskow. Zudem seien „noch einige Details“ zu klären. Trotz jahrelanger Bemühungen Moskaus bremst China eine Finalisierung des Pipeline-Projekts „Power of Siberia 2″ aus.

Power of Siberia 2 soll russisches Gas nach China transportieren

Warum ist diese Pipeline so wichtig für Russland? Das Projekt soll Gas von der Jamal-Halbinsel im nördlichen Sibirien durch die Mongolei nach China leiten. Die geplante Trasse erstreckt sich über 2600 Kilometer.

Lest auch


Ein wichtiges Land blockiert eine Erdgas-Pipeline, die die Beziehungen zwischen Russland und China vertiefen würde

Die Pipeline soll jährlich 50 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportieren. Das würde die bereits bestehende Pipeline „Kraft Sibiriens“ deutlich ergänzen, die seit 2019 in Betrieb ist und 38 Milliarden Kubikmeter pro Jahr nach China transportiert.

Moskau sucht Abnehmer für Russland-Gas

Für Russland hat das Vorhaben strategische Bedeutung. Die Gasfelder in der Region versorgten früher hauptsächlich Europa. Seit dem Einbruch der Energiebeziehungen mit dem Westen sucht Moskau dringend alternative Absatzmärkte.

Bereits seit Jahren treibt die russische Regierung das Pipeline-Projekt voran. China zeigte sich bislang allerdings zurückhaltend. Die jetzigen Fortschritte könnten ein Zeichen für wachsendes chinesisches Interesse sein – eine finale Vereinbarung steht aber weiter aus.

bohy