5,6 Milliarden Euro, 30-Kilometer-Tunnel
Bundestag stimmt für Bahn-Mammutprojekt
22.05.2026 – 05:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Eurocity-Zug fährt durch Dresden (Archivbild): Mit der Neubaustrecke zwischen Dresden und Prag soll die Fahrzeit von jetzt etwa 2,5 Stunden auf nur noch eine Stunde sinken. (Quelle: Robert Michael/dpa)
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Der Bundestag hat grünes Licht für die Neubaustrecke Dresden–Prag gegeben. Doch ein entscheidendes Problem bleibt bisher ungelöst.
Die geplante Bahnstrecke zwischen Dresden und Prag hat im Bundestag eine wichtige Hürde genommen. Die Abgeordneten stimmten für das Vorhaben, zu dessen Kernstück ein rund 30 Kilometer langer Tunnel durch das Osterzgebirge gehört – zwischen Heidenau auf deutscher und Chabařovice auf tschechischer Seite. Mit etwa 18 Kilometern auf deutschem Boden wäre er der längste Eisenbahntunnel Deutschlands.
Mit der Parlamentsentscheidung ist der Weg für die konkrete Detailplanung frei. Bis zum Baubeginn dürften jedoch noch Jahre vergehen. Bislang ist geplant, dass die Arbeiten Ende 2032 starten und die rund 150 Kilometer lange Trasse zwölf Jahre später in Betrieb geht. Die Kosten werden auf mindestens 5,6 Milliarden Euro geschätzt – und die staatliche Finanzierung ist bisher nicht gesichert.
Fahrtzeit Dresden-Prag soll auf eine Stunde sinken
Derzeit benötigen Züge zwischen Dresden und Prag etwa zweieinhalb Stunden. Die neue Strecke soll diese Reisezeit auf eine Stunde verkürzen. Das Bundesverkehrsministerium bezeichnet das Vorhaben als zentralen Baustein eines geplanten internationalen Hochgeschwindigkeitskorridors zwischen Berlin, Prag und Wien.
Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) hatte zuletzt von einem bedeutenden europäischen Schlüsselvorhaben gesprochen. Die EU stehe bereit, das Projekt kräftig mitzufinanzieren. Dafür brauche es jedoch Planungssicherheit, einen Staatsvertrag mit Tschechien sowie die nötigen Mittel im Bundeshaushalt. Für die weiteren Planungsschritte werden im Bundeshaushalt 2027 rund 20 Millionen Euro benötigt.
Weitere Bahnprojekte beschlossen
Die Bundestagsabgeordnete Paula Piechotta (Grüne) betonte: „Über 30 Jahre nach der europäischen Wiedervereinigung braucht es endlich die Realisierung der Neubaustrecke Dresden–Prag als Beitrag zu noch engeren deutsch-tschechischen Beziehungen.“
Neben der Trasse nach Prag billigte der Bundestag auch den zweigleisigen Ausbau der überlasteten Sylt-Anbindung sowie den teilweisen Neubau der Bahnverbindung zwischen Ulm und Augsburg.
