Das Konzert bietet Ungewohntes: Der Frontmann der Band Günter vom Dorp singt nicht nur, er führt als Moderator durch den Abend. So werden nicht einfach Songs der Beatles gespielt – zu jedem Song gibt es eine Geschichte.
Das Publikum geht von Beginn an mit: Während die Band mit Cover-Songs der Beatles startet, wird mitgeklatscht. Mit „Twist And Shout“ von den Isley Brothers geht es los, dann folgt eine kurze Einführung in die Entwicklung der Beatles, deren Karriere in Liverpool als Coverband begann. „Die waren also auch nichts anderes als wir“, scherzt vom Dorp. Es folgen noch einige Cover-Songs aus der Anfangszeit der Beatles. Das Konzert, das es bereits in fünfter Auflage gibt, bietet in diesem Jahr auch neue Songs: „Everybody‘s Trying To Be My Baby“, ein Song von Carl Perkins, ist neu im Repertoire.
Viel junges Gemüse beim Beatles-Konzert
Nach der Vorgeschichte folgen Lieder der Beatles, los geht es mit dem beliebten Lied „Love Me Do“. Das Publikum singt direkt lautstark den Refrain mit. Bei der Ankündigung des nächsten Liedes erklärt vom Dorp mit der scherzhaften Bemerkung „Hier ist ja nur junges Gemüse anwesend“, dass in den 1960er-Jahren Schallplatten eine A- und eine B-Seite hatten. Denn „I’ll Get You“ ist ein Lied, das auf einer B-Seite veröffentlicht wurde. Da das Publikum im ausverkauften Kunstwerk aber keinesfalls aus „jungem Gemüse“ besteht, rufen sofort mehrere aus dem Publikum: „She Loves You war auf der A-Seite“. Ausgewiesene Beatles-Fans.
Vom Dorp freut sich: „Jetzt spielen wir das ,Beatles Song Book‘ schon im fünften Jahr und es macht immer mehr Spaß.“ Im weiteren Verlauf des Konzerts stehen immer mehr Leute vor allem bei den schnelleren Songs auf, klatschen und singen textsicher mit. Und vom Dorp fordert mehr: „Die überragende Musikkenntnis im Publikum werden wir im Laufe des Abends noch mehr in Anspruch nehmen.“
Die Bandmitglieder zeigen, was sie können: Gerd Strasdas (Leadguitar) liefert zu Songs wie „While My Guitar Gently Weeps“ überragende Gitarrensoli ab. Auch die anderen Bandmitglieder Raphael Müsseler (Rhythmusgitarre), Klaus Müsseler (Keyboard, Piano), Uwe Koch (Bassguitar) und Tobias vom Dorp (Drums, Percussion) zeigen, dass sie ihre Instrumente exzellent beherrschen.
„Da muss ich sofort an Trump denken“
Nicht fehlen darf der Welthit „Penny Lane“, den die Band laut vom Dorp nur schreiben konnte, weil sie die Stadt Liverpool geliebt hat. Auf „Hello, Goodbye“ folgt ein politischer Kommentar zum Lied „Nowhere Man“ vom Sänger: „Die Songs der Beatles haben heute noch aktuellen Bezug: „He‘s a real nowhere man, sitting in his nowhere land” – da muss ich sofort an Trump denken.“
Es folgen viele weitere Lieder der Beatles, ruhige Songs wie „Michelle“, „Girl“ oder „Yesterday“ wechseln sich mit rockigeren Sounds bei „Eight Days A Week“ oder „Drive My Car“ ab und nach über zwei Stunden endet das Konzert, nicht ohne dass die Band noch mehrere Zugaben gibt – mit dem Lied „Hey Jude“.