Mit dem Pilotprojekt „Gründen in 24 Stunden“ will Dresden vormachen, wie Digitalisierung und Entbürokratisierung zusammenpassen. Visualisierung: KI Gemini, Prompt: ChatGPT
Digitalversuch startet im Sommer 2026 und soll endlich mehr Gründungsfieber in Deutschland anfachen
Dresden, 23.05.26. In Deutschland gründet im Schnitt jeder Zehnte ein Unternehmen. Damit liegt die Bundesrepublik weit hinter besonders gründungsfreudigen Regionen wie Südamerika, Arabien oder den USA, wo mehr als jeder vierte Einwohner eher oder später die Selbstständigkeit wagt. Neben einer gewissen Beamtenmentalität sowie hohen Abgaben- und Bürokratielasten dürften dabei auch die vielen Ämtergänge und Vorgaben eine Rolle spielen, die in Deutschland vor einer Gründung abzuhaken sind. Als Pilotstadt will Dresden daher ab dem Sommer 2026 vorexerzieren, wie eine digitale Firmengründung in 24 Stunden machbar ist. Das hat der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) angekündigt.
Ein digitaler Antrag an Gewerbe- und Finanzamt geplant
Demnach hat der deutsche Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) nun mehrere Kommunen in verschiedenen Bundesländern für das Pilotprojekt „Schneller Gründen“ ausgesucht – darunter eben auch Dresden. Das zielt auf eine digitale „gemeinsame Anzeige des Gründungsvorhabens für Gewerbe- und Finanzamt“ als Kombi-Antrag für Einzelunternehmen. Möglich soll dadurch in vielen Fällen eine digitalgestützte Firmengründung binnen eines Tages statt mehrerer Wochen oder gelegentlich gar Monate, die jetzt noch üblich sind.
Christian Piwarz. Foto: Heiko Weckbrodt
„Echte Digitalisierung kann nur gelingen, wenn sie behördenübergreifend gedacht wird.“
Sachsens Finanzminister Christian Piwarz (CDU)
„Idee heute, Gründung morgen: Das ist unser Ziel“, betont Panter. Der Staat dürfe Innovatoren und Gründer nicht ausbremsen. „Wir freuen uns sehr, dass Dresden als Pilotstadt ausgewählt wurde“, ergänzt der Dresdner Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka (CDU).
Jan Pratzka. Foto: Heiko Weckbrodt
Erst kürzlich hatte der Bund die sächsische Landeshauptstadt bereits als deutsche Pilotstadt für die neue europäische Digitalbrieftasche „Eudi Wallet“ ausgewählt. Dass Dresden anhand von Fallzahlen, technischen Voraussetzungen, Innovationskultur, politischer Unterstützung und ähnlichen Kriterien nun auch für das Projekt Gründen in 24h“ ausgewählt wurde, zeige einmal mehr: „Wir sind mit unserer Digitalisierungsstrategie auf dem richtigen Weg“, so Pratzka.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: SMWA, RKW Kompetenzzentrum, Oiger-Archiv

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