In diesen Tagen könnte man fragen, wozu es eine Allianz im Wärmebereich braucht. Schließlich ist es warm genug. Doch die aktuellen Temperaturen um die 30 Grad ändern nichts an langfristigen Notwendigkeiten: Um der Klimaerwärmung zu begegnen, müssen mehr Energiequellen genutzt werden, die nicht auf fossilen Stoffen basieren. Bis 2045 soll die Energieversorgung in der Stadt klimaneutral sein. Der Heizsektor ist für die Wende essenziell. In diesem Bereich gibt es nun eine neue Kooperation in Mönchengladbach.

Die „Allianz für die Wärmewende“ hat sich selbst das Ziel gegeben, die „Wärmeversorgung in Mönchengladbach schrittweise zu dekarbonisieren und den Ausbau erneuerbarer Wärmequellen sowie effizienter Technologien voranzubringen.“ So steht es in einem Papier, das nun von verschiedenen Vertretern von Stadt, Energieversorger, Wirtschaft, Handwerk und Verbraucherschutz unterzeichnet wurde.

„Kaum ein Bürger wird nicht von Veränderungen betroffen sein“

Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) erklärte, dass es für die Wärmewende eine Kraftanstrengung aus all diesen Bereichen brauche: zum Beispiel Investitionen von den Betrieben, Fachkenntnisse der Handwerker und Beratungsangebote für Bürger. „Kaum jemand wird nicht von Veränderungen betroffen sein“, sagte er etwa mit Verweis auf den Aufbau von Wärmenetzen und die Sanierung von Gebäuden. Es gehe darum, „eine Mammutaufgabe in Scheibchen zu schneiden“.

Die Allianz soll technologieoffen arbeiten, heißt es, für eine bezahlbare Wärmeversorgung – „pragmatisch, gemeinschaftlich und mit Augenmaß“, wie es in der unterzeichneten Erklärung steht. Konkret soll es Arbeitsgruppen für Lösungen in einzelnen Stadtquartieren oder für Fördermittel geben, außerdem Informationsangebote für Bürger, ein zweimal jährlich tagendes Allianz-Forum und einen jährlichen Bericht.

Vertreter fordern Planungssicherheit vom Bund

Doch bei der Unterzeichnung stand auch immer wieder ein Akteur im Raum, der nicht anwesend war. Und zwar immer dann, wenn das Wort „Planungssicherheit“ fiel, die etwa Kreishandwerksmeister Torsten Rose forderte. Diese Planungssicherheit braucht es vom Bund, sie wird aber vermisst. Denn nach den kontroversen Debatten über das Heizungsgesetz der Ampel-Koalition gibt es aktuell erneut Debatten über eine Kostenpflichtiger Inhalt geplante Reform der Groko. Die neue Allianz muss sich auf abermals neue Regeln vom Bund einstellen – hofft aber, dass dort endlich schnell Klarheit herrscht.