Es war ein ziemliches Gefühlschaos, das Goran Tomic nach Abpfiff des zweiten Relegationsspiels um den Aufstieg in die Landesliga übermannte. Einerseits war der Trainer des MSV Düsseldorf „unheimlich stolz“ auf seine leidgeplagte Mannschaft, die beim OSV Meerbusch allen Widrigkeiten trotzte und sich ein 1:1 erkämpfte. Andererseits war da aber auch die Wut, die sich gegen Schiedsrichter Davide Zeisberg und sein Gespann richtete.
„Es ist das erste Mal in meiner Trainerkarriere, dass ich mich verpfiffen fühlte“, echauffierte sich der 50-Jährige. „In so einem Spiel drei Elfmeter gegen uns zu pfeifen, ist ein Unding. Da muss ich einfach mehr Fingerspitzengefühl erwarten. Es ist immer schade, wenn sich Schiedsrichter und Linienrichter wichtiger nehmen als die Spieler. Das war heute leider der Fall“, führte Tomic weiter aus.
Genau genommen verhängte Zeisberg zwei Handelfmeter gegen den MSV, wobei er den ersten noch einmal wiederholen ließ, weil sich Shunsuke Takahashi im Tor vor seiner Parade gegen Marc Rommel zu früh von der Torlinie wegbewegt haben soll (78.). Takahashi parierte beim Stand von 1:0 für seine Farben dann auch den zweiten Versuch von OSV-Torjäger Rommel (79.). Allerdings mussten die Gäste vor rund 600 Zuschauern in Osterath anschließend ohne ihren Coach (sah die Rote Karte wegen Reklamierens, 79.) und ohne Wiren Bhaskar auskommen. Ausgerechnet der Kapitän des MSV, der nach einer Ecke für die zwischenzeitliche 1:0-Führung gesorgt hatte (56.) sah für sein Handspiel zur Vereitelung einer Torchance regelkonform die Rote Karte (77.).
Waren die Elleraner bis dahin nach dem 1:0 dem zweiten Treffer näher als der OSV dem Ausgleich, so bekamen die Hausherren trotz der beiden Fehlschüsse von Rommel in Überzahl noch einmal Aufwind und nach etlichen ruhenden Bällen in der Nachspielzeit einen weiteren Handelfmeter zugesprochen, den Kapitän Frederic Klausner schlussendlich zum 1:1-Endstand verwandelte.
Was das zweite Remis im zweiten Relegationsspiel für die Elf von Goran Tomic schlussendlich wert ist, wird sich am Mittwoch zeigen, wenn der OSV Meerbusch zum Duisburger FV muss. „Vielleicht ist diese Punkteteilung für uns im Nachhinein sogar besser als ein knappes 1:0“, meinte der sportliche Leiter Moussa Ouayd mit Blick auf die Konstellation in der Dreiergruppe. Denn während sich der OSV Meerbusch bei einer Niederlage gegen den MSV schon um alle Aufstiegschancen beraubt hätte, geht es für die Mannen von Dominik Voigt nun in Duisburg selbst noch um alles.
Dabei sind viele Szenarien möglich. Klar ist, dass der Sieger der Partie zwischen Meerbusch und Duisburg in die Landesliga aufsteigt. Bei einem Unentschieden muss der Taschenrechner rausgeholt werden. Bei einem 0:0 zwischen Meerbusch und Duisburg wäre der MSV Düsseldorf aufgrund der meistgeschossenen Tore aufgestiegen. Bei einem 1:1 in Dusiburg gäbe es ein weiteres Entscheidungsspiel zwischen dem MSV und dem Duisburger FV. Trennen sich Duisburg und Meerbusch am Mittwoch beispielsweise 2:2, 3:3 oder 4:4, hätte Duisburg die Nase vorne.
Auch wenn der Heimvorteil am Mittwoch für den Duisburger FV spricht, sieht Goran Tomic den OSV Meerbsuch nicht chancenlos. „Sie waren für mich heute stärker als Duisburg am Mittwoch“, urteilte der Trainer, der umso beeindruckter davon war, wie sich seine ersatzgeschwächte Mannschaft mit allerletzter Kraft das Unentschieden auf dem weitläufigen und ungewohnten Naturrasenplatz verdiente.