Das französische Außenministerium hat am Mittwoch einen ranghohen algerischen Diplomaten einbestellt, um ihm mitzuteilen, dass Paris als Reaktion auf die Ausweisung von 15 französischen Beamten durch Algier algerische Inhaber von Diplomatenpässen ohne Visum ausweist.

,,Frankreich behält sich das Recht vor, je nach Entwicklung der Situation weitere Maßnahmen zu ergreifen“, erklärte das Ministerium in einer Mitteilung nach der Einbestellung des algerischen Geschäftsträgers.

Wie viele Personen ausgewiesen wurden, gab das Ministerium nicht bekannt.

Die Beziehungen Frankreichs zu seiner ehemaligen Kolonie sind seit Langem kompliziert, verschlechterten sich jedoch im vergangenen Jahr deutlich, als Präsident Emmanuel Macron Algerien verärgerte, indem er Marokkos Position in der umstrittenen Westsahara-Frage unterstützte.

Erst im vergangenen Monat hatte es nach einem Besuch von Innenminister Barrot in Algier eine kurze Entspannung gegeben, doch nur eine Woche später sorgten erneute gegenseitige diplomatische Ausweisungen für neue Spannungen.

Die algerische Nachrichtenagentur APS berichtete am Montag, dass Frankreichs Geschäftsträger darüber informiert worden sei, dass sich 15 französische Diplomaten in einem irregulären Status befänden und ausgewiesen würden.

Außenminister Jean-Noël Barrot sagte am Mittwoch gegenüber dem Fernsehsender BFM, die Beziehungen seien nun ,,völlig blockiert“.