Das Kulturzentrum Rheinkamp war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung aufgeregt und erwartungsvoll – und dann gingen die Lichter aus. Was folgte, war eine Theatervorstellung, die so manchem Erwachsenen im Publikum zu denken gab: 132 Mädchen und Jungen der Moerser Schulen zeigten, was sie in wochenlanger Arbeit erarbeitet hatten.
Das Stück „WischenWissenWirklichkeit – Mit einem Klick im Kinderrecht“ drehte sich um die digitale Lebenswelt von Kindern, um Smartphones und Smartwatches, um soziale Medien, Selbstdarstellung und Kinderrechte im Netz. Die Kinder der OGS-Standorte Uhrschule, Waldschule, SCI Gemeinschaftsschule, Eschenburgschule, Dorsterfeldschule und Grundschule Hülsdonk hatten das Projekt von Anfang an mitgestaltet. Sie bauten Requisiten, erarbeiteten ihre Texte und probten engagiert. „Was dabei entstand, war weit mehr als ein Schulprojekt: Es war ein künstlerisches Statement junger Menschen zu einer der drängendsten gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit“, teilte der SCI Moers mit.
Theaterpädagogin Emma Kaufmann, die das Projekt künstlerisch begleitete, zeigte sich bewegt: „Was diese Kinder auf die Bühne gebracht haben, hat mich tief beeindruckt. Sie haben nicht einfach ein Stück gespielt – sie haben ihre eigene Welt gezeigt, mit all ihren Fragen und Widersprüchen. Das war echter Mut.“ Stefanie Coßmann, Fachbereichsleiterin beim SCI Moers, sagte: „Kinder sind keine passiven Nutzer digitaler Medien – sie sind Gestalterinnen und Gestalter ihrer eigenen digitalen Welt. Dieses Theaterprojekt hat ihnen einen Raum gegeben, genau das zu zeigen.“ Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Kooperation zwischen dem SCI Moers und dem Jungen Schlosstheater Moers. Finanziert wurde es durch das „Moerser Signal“.
„Smartphones, Tablets und soziale Medien sind längst fester Bestandteil des Alltags von Kindern. Zwischen kreativer Selbstentfaltung und Leistungsdruck, zwischen Schönheitsidealen und ständiger Erreichbarkeit navigieren sie täglich durch digitale Räume – oft ohne Orientierung“, so der SCI. „Genau diese Spannung brachten die Kinder auf die Bühne: authentisch, berührend und mit einer Klarheit, die das Publikum nachhaltig bewegte.“
„Recht auf Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung im Netz“
Im Zentrum standen die Rechte der Kinder: „Denn Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung im Netz – aber auch ein Recht auf Teilhabe, auf Privatsphäre und auf freie Meinungsäußerung. Das Theaterstück machte diese Rechte sichtbar und greifbar – nicht durch Belehrung, sondern durch Geschichten, Szenen und die Stimmen der Kinder selbst.“