Schloß Holte-Stukenbrock. Es ist die Erfinderkarriere schlechthin: vom Garagenbetrieb zur Branchengröße. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich der Metallwarenfabrikant „Richard Brink“ zu einem der wichtigsten Arbeitgeber in SHS entwickelt.

Zum 50. Geburtstag lädt das Unternehmen im Juni alle Bürgerinnen und Bürger, Kunden und Mitarbeiter zu einem Fest mit zwei Livebands auf sein Betriebsgelände ein. Die beiden ersten Angestellten gehören immer noch dem Mitarbeiterteam an.

Heute leitet das Brüdertrio Matthias, Sebastian und Stefan Brink das Familienunternehmen in zweiter Generation. Jeder in seinem Spezialbereich. Stefan ist der Kaufmann, Sebastian kümmert sich um Marketing und Design und Matthias um die Produktion. Firmengründer Richard Brink hat noch immer ein Büro, weiß sein Unternehmen bei seinen Söhnen aber in guten Händen.

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Gründer musste auch beim Platz in der Garage erfinderisch sein

1976 entschließen sich der gelernte Karosseriebauer Richard Brink und seine Frau Annegret zur Gründung eines Bauschlossereibetriebes. Die Produkte werden in der eigenen Garage gefertigt.

In der Familie wird bis heute die Geschichte erzählt, dass Richard Brink auch mit dem vorhandenen Platz erfinderisch sein musste. Wollte er eine lange Eisenstange zur Bearbeitung drehen, musste er mit ihr raus auf den Vorplatz, einmal um die eigene Achse und dann zurück an die Maschine in der Garage.


Mit diesem Pritschenwagen hat Richard Brink seine ersten Produkte ausgeliefert. - © Firma Richard Brink

Mit diesem Pritschenwagen hat Richard Brink seine ersten Produkte ausgeliefert.
| © Firma Richard Brink

1982 bringen Schornsteinabdeckungen das junge Unternehmen einen weiteren Schritt nach vorne. Sie stehen sinnbildlich für Richard Brinks Erfindergeist: Eine Situation erkennen und das Problem effizient lösen.

Erste Mitarbeiter im Unternehmen sind bis heute geblieben

Bei Kunden stellt er fest, dass Schornsteinköpfe häufig in katastrophalem Zustand sind. Er entwickelt einen Rahmen, der Schornstein, Schornsteinkopf und Abdeckung verbindet. Ohne bohren und dübeln und vor allem in Serie. Das geschieht alles in Alleinarbeit in der Garage des Wohnhauses an der Berliner Straße.


Matthias Thews (hier in der Kommissionierung) und sein Bruder Martin sind ersten Mitarbeiter, die Firmengründer Richard Brink eingestellt hat. Beide arbeiten immer noch im Unternehmen. - © Sigurd Gringel

Matthias Thews (hier in der Kommissionierung) und sein Bruder Martin sind ersten Mitarbeiter, die Firmengründer Richard Brink eingestellt hat. Beide arbeiten immer noch im Unternehmen.
| © Sigurd Gringel

Weil die nicht mehr ausreicht, mietet Richard Brink 1987 am Siemensweg hinter der Post eine Gewerbehalle an und stellt die ersten Mitarbeiter ein: die Brüder Martin und Matthias Thews. Beide arbeiten immer noch – und gern – im Unternehmen.

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Überliefert ist der Spruch des Gründers: „Was man nicht zeigt, kann man nicht verkaufen.“ Und deshalb präsentiert Richard Brink kurz darauf seine Schornsteinabdeckungen auf Fachmessen. Bereits unter dem markanten Logo des stilisierten roten Hauses mit Schriftzug.

Einstieg in die Drainage- und Entwässerungstechnik

Der nächste Meilenstein in der Firmengeschichte erfolgt 1996 mit dem Hallenbau und Umzug an die Görlitzer Straße. Dort ist das Unternehmen immer noch zu Hause, allerdings kommen weitere Gebäudetrakte hinzu. Das jeweilige Alter sehe man den Hallen an, sagt Sebastian Brink beim Rundgang durch die Produktionsstätte. Zur Orientierung hängen mittlerweile rote Würfel mit einem Buchstaben als Hallenbezeichnung und der Jahreszahl der Entstehung unter den Decken.

Nach der Jahrtausendwende steigt die Firma in die Drainage- und Entwässerungstechnik ein. Ein weiteres Beispiel aus der Rubrik: Problem erkannt und behoben. Ein Dachdecker hatte angefragt, er benötigte zusätzlich eine Drainagerinne. Heute sind Rinnen der Marke Richard Brink ein Verkaufsschlager und unabdingbar für barrierefreies Bauen. Von der Entwässerung ist der Schritt zum Garten- und Landschaftsbau nicht mehr weit. Pflanzsysteme, wie Hochbeete und Pflanzkästen kommen ins Portfolio.

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2007 übergibt Richard Brink das Unternehmen in die Hände seiner drei Söhne. Die erweitern das Sortiment und die Produktionsflächen. Die Firma floriert, in den Coronajahren investieren viele Menschen ihr Geld ins eigene Haus und in den Garten. Und die Firma Richard Brink liefert die benötigten Produkte.

Zahl der Mitarbeiter ist auf inzwischen 160 angewachsen

Die Zahl der Mitarbeiter wächst auf 160 an, Auszubildende können verschiedene Berufe erlernen. Metallwaren aus SHS gehen an Handwerker und Großhändler in halb Europa. Von der Produktentwicklung und Konstruktion über die Fertigung bis hin zur Beratung und dem Vertrieb werden alle Prozesse inhouse abgewickelt und verantwortet.


Das Team stellt in der Produktionshalle das Logo der Firma Richard Brink nach. - © Firma Richard Brink

Das Team stellt in der Produktionshalle das Logo der Firma Richard Brink nach.
| © Firma Richard Brink

2023 wird eine doppelgeschossige Produktions- und Lagerhalle errichtet. „Mit dem Neubau steigern wir nicht nur unsere Lagerkapazitäten um 50 Prozent, sondern schaffen auch Raum für eine noch effizientere Produktionskette. Darüber hinaus eröffnet uns das Gebäude weiteren Gestaltungsspielraum, beispielsweise bei der Ausstattung eines modernen Showrooms für unsere Produktwelt“, sagt Stefan Brink.

Und weitere Ideen haben die Brink-Brüder noch in petto.

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INFORMATION

Party mit Livemusik und Fußball

Das Jubiläum feiert die Firma „Richard Brink“ mit der ganzen Stadt. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen zum Tag der offenen Tür und Familienfest am Samstag, 20. Juni. Gäste können sich den Neubau ansehen und an einem Rundgang durch die Produktionsstätte teilnehmen.

Das Rahmenprogramm auf dem Gelände beginnt um 13 Uhr. Die Schlossspatzen treten auf, eine Zauberin, die „Funken Tanzgruppe“, die Kinderrockband „Randale“ und die Partyband „Die dicken Kinder“. Ab 22 Uhr wird das WM-Spiel Deutschland gegen Elfenbeinküste gezeigt. Auch ein Feuerwerk ist vorgesehen.