Starmer-Konkurrent gewinnt Wahl
In London kommt es wohl zum Showdown
Aktualisiert am 19.06.2026 – 05:54 UhrLesedauer: 3 Min.
Premierminister Keir Starmer steckt seit Monaten in einer tiefen Krise. Jetzt könnte er herausgefordert werden. (Archivbild) (Quelle: Kin Cheung/AP/dpa/dpa-bilder)
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Andy Burnham hat die Nachwahl in Makerfield gewonnen. Mit seinem Einzug ins britische Parlament dürfte es für Premierminister Starmer eng werden.
Mit einer deutlichen Mehrheit hat der Kandidat der Labour-Partei, Andy Burnham, eine Nachwahl in Makerfield, einer Stadt zwischen Liverpool und Manchester, gewonnen. Der Bürgermeister von Manchester gilt als parteiinterner Konkurrent von Premierminister Keir Starmer und könnte ihn stürzen. Burnham erreichte 24.927 Stimmen, Robert Kenyon von der Reform-Partei landete mit 15.696 Stimmen auf Platz zwei.
Um Starmer um den Parteivorsitz bei Labour herausfordern zu können, benötigt ein Kandidat in Großbritannien einen Sitz im Unterhaus. Den hatte Burnham bereits zwischen 2001 und 2017 inne, bevor er im Mai 2017 zum ersten Mal zum Bürgermeister des Großraums Manchester gewählt worden war. Mit seiner Wahl kann er jetzt eine Führungswahl erzwingen.
Beobachtern zufolge könnte er ohne Probleme auf die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten kommen, die für ein Duell mit Starmer nötig wären. In Großbritannien wird der Parteivorsitzende der Mehrheitspartei automatisch Premierminister. Er braucht dann aber noch die Unterstützung von fünf Prozent der Ortsgruppen, verbundenen Organisationen und Gewerkschaften.
Der Wahlkreis Makerfield mit seinen 76.000 Wahlberechtigten galt lange Zeit als Labour-Hochburg. Bei der letzten Unterhaus-Wahl im Jahr 2024 war der sozialdemokratische Kandidat allerdings nur knapp vor dem rechtspopulistischen Kandidaten gelandet.
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Starmer, der im Juli 2024 ins Amt gewählt worden war, hatte zuletzt mit mehreren Affären und einer empfindlichen Niederlage seiner Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai zu kämpfen. Während seine Umfragewerte zuletzt abgestürzt sind, gilt Burnham als einer der beliebtesten Politiker Großbritanniens.
Der Premier steht spätestens nach mehreren Rücktritten aus seiner Regierung massiv unter Druck. In der Labour-Fraktion wächst die Nervosität, ob Starmer die Partei noch in die nächste Wahl führen kann. Burnham gilt vielen als mögliche Alternative: volksnah, regierungserfahren und im Norden Englands stark verankert.
Zugespitzt hatte sich die Lage insbesondere durch die herben Verluste für Labour bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales Anfang Mai zugunsten von Reform. Einen Rücktritt oder zumindest die Ausarbeitung eines Zeitplans für einen geregelten Rückzug hat Starmer aber bislang ausgeschlossen. Der Premier verwies immer wieder auf seinen großen Wahlsieg im Sommer 2024 und den Auftrag, das Land aus der Krise zu führen.

