Es ist nicht mehr lange hin, da steht für die Menschen in Ostwestfalen-Lippe die schönste Zeit des Jahres an: der Sommerurlaub. Doch für diejenigen, die bei der An- und Abreise auch auf die Fernzüge der Deutschen Bahn setzen, dürfte es ein böses Erwachen geben. Denn wer etwa für die Fahrt zu einem Airport in Hannover, Berlin oder Hamburg bereits ein ICE-Ticket gebucht hat, wird von den meisten OWL-Fernbahnhöfen aus in die Röhre schauen.

Denn auf der Hauptstrecke zwischen Dortmund und Hannover macht der Fernverkehr Mitte August einen großen Bogen um Fernbahnhöfe wie Gütersloh, Bielefeld oder Herford. Auf niedersächsischer Seite der Strecke gibt es kurzfristig anberaumte Bauarbeiten, die Strecke muss komplett gesperrt werden. Das ist bereits auf den Internet-Plattformen der dafür verantwortlichen DB InfraGO zu lesen.

Nicht zu lesen ist es indessen für Fahrgäste in der Bahn-App. Wer aktuell versucht, ein ICE-Ticket zwischen Bielefeld und Hannover für diesen Zeitraum zu buchen, der kann dies ohne Probleme tun, nebst Bezahlung natürlich. Hinweise auf einen Ausfall des Halts in Bielefeld: Fehlanzeige. Ein Umstand, der ebenso ärgerlich wie im Digitalzeitalter unverständlich ist.

Dringende Überarbeitung notwendig

Denn wenn ein planmäßiger Halt an einem bestimmten Datum mit Gewissheit nicht bedient werden kann, ist ein dennoch möglicher Ticketverkauf für diese Verbindung eine unnötige Verärgerung von Fahrgästen. Diese fallen irgendwann aus allen Wolken, wenn sie erfahren, dass sie mit Koffern und Kindern nun plötzlich endlose Umwege fahren oder gar Ersatzbusse nehmen sollen.

Hier bedürfen die Vertriebswege der DB, ebenso wie die Kommunikation mit den Fahrgästen, dringend einer Überarbeitung. Denn die Fahrgäste sind in den Zeiten zahlreicher kleinerer und mittelgroßer Baustellen, defekter Weichen, Signalanlagen oder Bahnschranken schon genug gebeutelt.