Für den Torjäger endet das letzte Spiel im Trikot des SVW besonders bitter: Mit Verletzung und großen Emotionen verabschiedet er sich nach prägender Zeit und blickt zugleich nach vorn

von Lauris Ommert · Heute, 10:00 Uhr · 0 Leser

Ein letztes Mal für den SVW auf dem Platz: "Saki" Nakos. Ein letztes Mal für den SVW auf dem Platz: „Saki“ Nakos. – Foto: Pia Pfeifer

Wiesbaden. Der Abschied hätte ganz anders aussehen können. Mit einer Klassenerhalts-Party im Helmut-Schön-Sportpark, einer Jubeltraube um Athanasios „Saki“ Nakos, der seinen SV Wiesbaden womöglich mit seinen Toren zum Verbleib in der Verbandsliga geschossen hätte. Stattdessen sah die Realität anders aus. Der SVW verlor sein Relegationsendspiel gegen TuRa Niederhöchstadt, und Nakos musste bei seinem letzten Auftritt für den Sportverein – er wechselt zur kommenden Saison zu Hellas Schierstein – verletzt vom Platz. Den Abend verbrachte er schließlich im Krankenhaus.

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Die Diagnose: Luxation an zwei Zehen des linken Fußes. Nach einem Pressschlag spürte Nakos seinen Fuß nicht mehr und musste knapp 20 Minuten vor dem Abpfiff ausgewechselt werden. „Der Tag hat sich von Minute zu Minute verschlechtert, bis hin zu meiner Verletzung. Ich habe mir das niemals so vorgestellt und irgendwo hat mich das auch ein, zwei Tage mitgenommen“, gibt der 30-Jährige offen zu.

Nakos fehlte SVW insgesamt 13 Wochen

Irgendwie passt es ins Bild der gesamten Saison – sowohl zu seiner persönlichen als auch zu der des SV Wiesbaden. Insgesamt 13 Wochen fehlte der Stürmer, immer wieder machte ihm sein Knie zu schaffen. Trotz 16 Torbeteiligungen konnte er den Abstieg nicht verhindern. „Natürlich war das mein letztes Spiel, aber im Vordergrund stand, dass wir die Liga halten. Man hat sich vieles ausgemalt, aber durch das verlorene erste Relegationsspiel war die Chance für uns nicht so gegeben“, sagt Nakos.

Aufstiegssaison mit 48 Toren „schönster Moment“ in seiner Laufbahn

Dabei hatte er den SVW wieder dorthin gebracht, wo der Verein einst herkam. 48 Tore, dazu 30 Vorlagen steuerte der Linksfuß in der Aufstiegssaison 23/24 bei. In der Verbandsliga folgten 25 Tore und 13 Vorlagen, die dem Wiesbadener Traditionsverein die Klasse sicherten. Kein Wunder also, dass der Aufstieg für „Saki“, wie ihn alle nennen, in besonderer Erinnerung bleiben wird: „Das war der schönste Moment in meinem fußballerischen Leben. Auch wenn der Abstieg jetzt Narben hinterlässt, war der Aufstieg etwas Schöneres, weil man auf die positiven Dinge achten sollte.“

Hier noch mit langen Haaren: Nakos hatte in seiner Zeit beim SVW mehr Tore als Spiele auf dem Konto. Hier noch mit langen Haaren: Nakos hatte in seiner Zeit beim SVW mehr Tore als Spiele auf dem Konto. – Foto: Pia Pfeifer – Archiv Nakos: „Dankbar für die schöne Zeit“

2022 kam Nakos, der beruflich bei „Knettenbrech + Gurdulic“ tätig ist, zum SV Wiesbaden. In seinen vier Jahren beim Sportverein kam Nakos auf über 100 Einsätze und Tore. „Ich bin dankbar, dass ich diese schöne Zeit hatte“, sagt Nakos. „Ich danke Gott dafür, dass ich nicht schwerwiegende Verletzungen davongetragen habe. Die schönen Momente waren größer als die schlechten.“

Rückkehr zu Hellas Schierstein kein „normaler Wechsel“

Nun möchte der Familienvater kürzertreten, kehrt zu Hellas Schierstein zurück, wo er zuvor vier Jahre spielte. Damals noch in der Gruppenliga – heute spielt der griechische Verein in der A-Liga. „Das ist kein normaler Wechsel für mich“, betont Nakos, der bei Hellas auf viele alte Weggefährten trifft. Darunter einer seiner besten Freunde Ioannis Sourlis. „Ich liebe den Fußball und wenn man dann noch sein Land auf der Brust trägt, dann nimmt man das sehr ernst“, fügt Nakos an, dessen Opa ein Mitgründer des Vereins ist. Der Schritt passe gut in sein Leben, erzählt der 30-Jährige. Dazu habe Hellas ein Projekt auf die Beine gestellt, bei dem „ich meine Erfahrung reinbringen möchte, damit alles wieder gesund aufgebaut wird.“ An Motivation mangelt es dem Angreifer jedenfalls nicht. Mit 30 Jahren denkt Nakos noch lange nicht ans Karriereende. Im Gegenteil: Er hat weiterhin viel vor. Und eines dürfte sich auch im Trikot von Hellas Schierstein nicht ändern: Das Toreschießen wird „Saki“ Nakos ganz sicher nicht verlernen.