Der europäische Handelsverband Eurocommerce will KI-generierte Werbung von den Transparenzpflichten des EU-AI-Act befreien lassen.
In einem Brief an EU-Technikkommissarin Henna Virkkunen, den Reuters einsehen konnte, fordert der Verband – zu dessen Mitgliedern Amazon, H&M, Inditex und Ikea gehören – eine Ausnahme für Werbebilder, die nicht täuschen sollen. Das EU-Gesetz tritt am 2. August in Kraft und verlangt eine klare Kennzeichnung von KI-generierten oder KI-veränderten Inhalten, die als „Deepfake“ gelten.
Wann es verwendet wird
Beispiele
Generaldirektorin Christel Delberghe argumentiert, dass etwa ein KI-generiertes Wohnzimmerbild zur Präsentation eines Sofas nicht unter diese Definition fallen sollte. Eine Kennzeichnungspflicht für solche Inhalte würde einen enormen Teil der Werbung betreffen und den Nutzen der Transparenzregel für Verbraucher verwässern.
Sofa-Bilder sind keine Deepfakes
Bereits jetzt setzen Händler massiv auf KI: Zalando gibt an, dass 90 Prozent der Marketing-Inhalte auf der eigenen Plattform inzwischen von KI erstellt werden. H&M und Zara nutzen KI-generierte Klone von Models. Die EU-Kommission hat sich bisher nicht zu der Forderung geäußert.
Die Nutzung des Deepfake-Begriffs durch die EU ist in diesem Zusammenhang zumindest fragwürdig: Der Begriff hat seine Wurzeln in nicht einvernehmlicher Pornografie und wird überwiegend mit Betrug oder anderen kriminellen Aktivitäten assoziiert. Dass unter derselben Definition auch ein KI-generiertes Produktbild eines Sofas fallen soll, zeigt die Unschärfe der aktuellen Regelung.
![]()
KI-News ohne Hype – von Menschen kuratiert
Mit dem THE‑DECODER‑Abo liest du werbefrei und wirst Teil unserer Community: Diskutiere im Kommentarsystem, erhalte unseren wöchentlichen KI‑Newsletter, 6× im Jahr den „KI Radar“‑Frontier‑Newsletter mit den neuesten Entwicklungen aus der Spitze der KI‑Forschung, bis zu 25 % Rabatt auf KI Pro‑Events und Zugriff auf das komplette Archiv der letzten zehn Jahre.