
AUDIO: Hamburger Kulturfabrik Kampnagel startet Sanierung (1 Min)
Stand: 22.06.2026 17:25 Uhr
Es ist der größte Umbau in der Geschichte der ehemaligen denkmalgeschützten Kranfabrik. Seit mehr als 40 Jahren wird Kampnagel in Hamburg als Spielstätte für zeitgenössische Kunst genutzt – nun sollen Infrastruktur und Technik modernisiert werden.
Vier Jahre sind für die Bauarbeiten geplant, die Sanierungskosten werden auf 168 Millionen beziffert. In der größten Halle, der K6 mit mehr als 800 Plätzen, wird unverändert weitergespielt, eine neue, zusätzliche Halle soll mehr Platz bieten.
Intendantin Deuflhard: „Operation am offenen Herzen“
Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard hat am Montag bekannt gegeben, wie die nächste Spielzeit geplant ist: „Das ganze Ding ist Operation am offenen Herzen. Wir spielen durchgängig bis auf eine ganz kurze Pause hier auf Kampnagel. Wir werden die Baustelle bespielen mit unterschiedlichsten Performances, auch großen Performances in den dann vielleicht halb aufgerissenen Hallen.“
„Performative Baustelle“ als künstlerisches Selbstverständnis
Von Anfang an stand für das kuratorische Team von Kampnagel fest, während des mehrjährigen Umbaus weder zu schließen, noch in eine Interimsspielstätte auszuweichen. Das Haus und das Gelände soweit wie möglich für das Publikum offen zu halten und den Umbauprozess als „performative Baustelle“ erlebbar zu machen, ist Teil des künstlerischen Selbstverständnisses.
Konsequenterweise lautet das Motto der Spielzeit 2026/2027: „Under Creation. The Show Goes On.“ Zu den Produktionen in der Halle k6 zählt unter anderem „F*ucking Future“ des portugiesischen Choreografen Marco da Silva Ferreira. Darin untersucht er die politischen und sozialen Choreografien einer Gesellschaft im Umbruch. Auf der Baustelle sollen zudem internationale und lokale Kunstschaffende wie Göksu Kunak, Stefan Kaegi, Hools of Fashion oder Daniel Dominguez Teruel Projekte für das Gelände im Wandel entwickeln.
Stadt wird zum Spiel- und Erkundungsort
Bereits zum Auftakt diskutiert Jack Halberstam die Baustelle als queer-feministischen Raum der Transformation. Zentrales Projekt der „K And The City“-Ausrichtung sei „Key To The City“ des New Yorker Künstlers Paul Ramírez Jonas. Bis zu 15.000 Hamburgerinnen und Hamburger würden einen Schlüssel erhalten, der Zugang zu normalerweise verschlossenen Orten ermögliche. So werde die Stadt eingeladen, ihre eigenen Räume neu zu entdecken.
Überhaupt soll die Stadt zur Bühne werden: In der Bespielung des öffentlichen Raums, in der Auseinandersetzung mit Transformationsorten und in der Kooperation mit anderen Institutionen sehen Deuflhard und ihr Team enormes Potenzial.

Ein Feuerwerk des Tanzes, eine Hymne an den Körper: Das CNN Ballet de Lorraine begeisterte mit einer überschäumenden, mitreißenden Choreografie.

Hier darf jeder unter professioneller Anleitung mittanzen. Die Tanzcompany bringt „Rockoko“ auf Kampnagel auf die Bühne.

Der dänischen Choreografin geht es in ihrem Stück vor allem um den Vibe in Skateparks. Auch lokale Skater sind dabei.

Die US-Schriftstellerin hat ihr Buch „Ghost Stories“ am Mittwochabend auf Kampnagel vorgestellt. Die Lesung war ausverkauft.