Japanische und französische Feste sind im Düsseldorfer Veranstaltungskalender bereits fest verankert. Aber auch das Festival d’Italia ist auf dem besten Wege, sich in der Landeshauptstadt zu etablieren. Nach der Premiere 2024 am Rheinufer gab es im vergangenen Jahr sogar eine Doppel-Auflage. Zwar legt Initiatorin Lidia Di Raimondo dieses Mal das Hauptaugenmerk auf das Wochenende 14. bis 16. August, dafür gibt es aber gleich mehrere Festival-Ableger. „Warum sollen wir uns auf einen Termin konzentrieren, statt das italienische Lebensgefühl das ganze Jahr über in Düsseldorf zu feiern?“, fragt sie zu Recht.

Auftakt war genau genommen schon Ende Mai mit den „Burrata Beats“ im Stadtstrand am Tonhallenufer, eine Fortsetzung gibt es am Samstag, 27. Juni, ab 19 Uhr, „wenn italienischer Genuss, gute Musik und Piazza-Kultur ohne großes Bühnenprogramm zusammenkommen“, schwärmt Di Raimondo. Das neue Format soll bis zu viermal im Jahr an wechselnden Locations stattfinden. Ein Besuch lohnt sich am Samstag besonders gegen 20 Uhr, denn das Festival d’Italia hat jetzt sogar eine eigene Hymne, die von der Sängerin und Songwriterin Melissa Kross aus diesem Anlass das erste Mal live gesungen wird.

Zwar ist bis zum eigentlichen Festival Mitte August noch reichlich Zeit, das Programm steht aber schon jetzt zu 90 Prozent. Schauplatz ist die Untere Rheinwerft, die sich dann ganz am Vorbild des Ferragosto orientieren soll, „dem“ italienischen Sommerfeiertag, wenn die Städte leergefegt und die Strände voll mit feiernden Menschen sind. Neben Di Raimondo und Kross wird auch Gabriele Cascione (DJ-Name SeSe und Bruder vom Besitzer der Eisdiele Pia an der Kasernenstraße) durch das Programm führen. Mit dabei wird auf jeden Fall Sopranistin Tatjana Previati sein, sie sang schon in Opern wie La Bohème oder Don Giovanni. Das Wochenende soll aber vor allem ein Sprungbrett für junge Talente sein: etwa den 15-jährigen Gitarristen Giovanni Di Palma, der mit seinem Trio Blues und Rock spielt.

Mindestens ebenso wichtig ist natürlich die Gastro-Meile, die ebenso von lokalen Restaurants – vom Il Campo (Fleher Straße) bis zur Zicke in der Altstadt – bestückt wird, aber auch von Gästen aus Österreich und natürlich Italien selbst. Um die 50 Aussteller werden vor Ort sein. „Wir wollen gerade den Menschen, die vielleicht in diesem Jahr nicht in den Urlaub fahren können, ein Stückchen Italien nach Düsseldorf holen“, sagt Melissa Kross.

Bei der Festival-Premiere 2024 trat auch Luca Thiel auf, der Straßen-Poet schreibt Gedichte spontan auf der Schreibmaschine. Inzwischen gehört er fest zum Organisationsteam und sorgt dafür, dass ein bisschen Geld in die Kasse fließt, denn Eintritt wird bei dem Festival nicht erhoben. Im Rahmen eines Crowdfunding-Projekts wird eine T-Shirt-Kollektion mit Motiven von Modeschöpfern angefertigt, die vorbestellt und dann beim Festival abgeholt werden können. „Wir finanzieren das alles komplett allein, haben zwar ein paar Sponsoren wie etwa Barilla, aber es könnten natürlich mehr sein“, sagt Lidia Di Raimondo.

Die hatte darüber hinaus noch eine weitere Idee, die bald umgesetzt werden soll: eine kulinarische Stadtführung durch Düsseldorf, natürlich ganz im Zeichen italienischer Essenskultur. Titel: Giro Italia. „Ich will dabei die vielen kleinen Geschichten erzählen, die hinter den jeweiligen Familienbetrieben stehen“, sagt Di Raimondo. Ein erster Probedurchlauf sei durchaus vielversprechend gewesen. Start soll im August oder September, die Tour auf drei Stunden und maximal 16 Personen ausgelegt sein. Und da es dabei natürlich so einiges zu essen und zu trinken gibt, schwebt ihr ein Kostenbeitrag von 60 oder 70 Euro vor.

Bleibt noch eine Vision der Italienerin mit sizilianischen Wurzeln zu nennen: Vor dem Hintergrund der zehnjährigen Städtepartnerschaft mit Palermo will sie den Austausch mit frischen Ideen intensivieren – nicht in Konkurrenz zu dem bereits seit 2013 bestehenden Verein „Düsseldorf – Palermo“, sondern eher als Ergänzung. Jedenfalls soll der kulturelle Brückenschlag auch beim Festival d’Italia im August den Besuchern vor Augen geführt werden.