Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Selenskyj: Haben Putin Friedensvorschlag übermittelt

Von T. Schibilla, M. Lattemann, J. Seiferth, M. Küper, J. Fischer, C. Cöln, A. Janzen, T. Wanhoff, S. Cleven, J. Hartung, C. Siemer, F. Michalski

Aktualisiert am 26.06.2026 – 22:23 UhrLesedauer: 30 Min.

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Fotomontage mit Kremlchef Wladimir Putin (l.) und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj: Kiew erhöht den Druck auf Moskau. (Quelle: IMAGO/The Kremlin Moscow / Ukraine Presidential Office/imago)

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Selenskyj will Putin treffen. Russische Soldaten terrorisieren ukrainische Zivilisten in Nikopol. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Selenskyj: Haben Putin Friedensvorschlag übermittelt

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ihre Vorschläge für Verhandlungen und eine Friedenslösung an Kriegsgegner Russland übermittelt. „Die Freunde von Putin haben von uns gehört, dass ein Treffen und ein Ende des Kriegs möglich ist“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Nähere Details gab er nicht bekannt. Vor Kurzem hatte der Machthaber in Belarus, Alexander Lukaschenko, über ein Treffen mit Abgesandten Selenskyjs berichtet. Lukaschenko gilt außenpolitisch als engster Partner Putins.

Zuletzt hatten Vertreter Russlands und der Ukraine im Februar unter US-Vermittlung in den Vereinigten Arabischen Emiraten über ein Kriegsende verhandelt. Ergebnisse wurden damals nicht bekannt. Nach Beginn des von US-Präsident Donald Trump befohlenen Iran-Kriegs hat Washington seine Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Krieg stark zurückgefahren.

Selenskyj lobte in seiner Rede den jüngsten Austausch von Kriegsgefangenen. Er erwarte weitere Austausche, sagte der Ukrainer und wiederholte auch die Forderung nach einem schnellen Kriegsende. Die Drohnenangriffe auf Ziele im russischen Hinterland bezeichnete Selenskyj als gerechte Antwort auf den von Moskau entfachten Krieg.

Russland greift Bus mit Drohne an – Tote und Verletzte

Russische Truppen haben einen Minibus in Nikipol im Süden der Ukraine mit einer Kamikazedrohne angegriffen. Dabei starben zwei Menschen, 13 weitere wurden verletzt, wie die ukrainischen Behörden mitteilten. Unter den Verletzten sind demnach zwei zwölfjährige Mädchen. Zur Identität der Todesopfer äußerten sich die Behörden bislang nicht. Drei der Verletzten befinden sich in einem kritischen Zustand.

Helfer versorgen verletzte Passagiere eines Minibusses in Nikopol: Unter den Verletzten sind auch zwei zwölfjährige Mädchen.Vergrößern des BildesHelfer versorgen verletzte Passagiere eines Minibusses in Nikopol: Unter den Verletzten sind auch zwei zwölfjährige Mädchen. (Quelle: Ukrainischer Rettungsdienst/Oleksandr Hanzha)

Die Stadt mit etwa 43.000 Einwohnern liegt in der Region Dnipropetrowsk am Nordufer des Dnipro. Das Gebiet südlich des Flusses wird von russischen Truppen besetzt gehalten. Ähnlich wie in der weiter südlich am Dnipro gelegenen Großstadt Cherson machen russische Truppen dort immer wieder Jagd mit Kamikazedrohnen auf ukrainische Zivilisten. Russische Soldaten sprechen bei ihren Terrorangriffen gegen Zivilisten zynischerweise von einer „Menschen-Safari“.

Angriff auf Werft: Ukrainer attackieren russische Spezialschiffe

Mit einer 40-tägigen Operation will Selenskyj Russland zum Kriegsende zwingen. Ein Angriff traf nun die Krim und zerstörte zwei russische Spezialschiffe. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Militärexperte Gady: Putin könnte neue Mobilisierungswelle ausrufen

Aufgrund der angespannten Lage auf der Krim und der anhaltenden Bedrohung durch ukrainische Drohnen könnte der Kremlchef Putin eine Mobilisierungswelle ausrufen, sagte der Militärexperte Franz-Stefan Gady dem „Spiegel“. Es sei allerdings fraglich, ob neue Truppen mit der Situation an der Front zurechtkämen, so Gady. Auch Abfangdrohnen, autonome Schnellfeuerkanonen oder moderne Varianten des klassischen Tarnens und Täuschens könnten russische Ansätze sein, auf die ukrainischen Angriffe zu reagieren.