Ein Fest für Inspiration, Kreativität und Innovation: Das versprach die „Maker Faire“, die zum dritten Mal in Wuppertal stattgefunden hat. Mit einem bunten, spannenden Programm stand allen Altersgruppen am Freitag in der Stadtbibliothek eine Art technischer Abenteuerspielplatz offen.

15 Aussteller präsentierten auf allen Ebenen der Stadtbibliothek an der Kolpingstraße ihre Konzepte, Projekte und Mitmachaktionen. Mit dabei waren Unternehmen, Maker Spaces, Kreativlabore, Schulen und Initiativen aus der Region.

Es gab Einblicke in die Fotografie von gestern und morgen, von historischen Techniken bis hin zu kreativen Anwendungen im digitalen Zeitalter. Man konnte aber auch Roboter aus Milchtüten oder Bürsten bauen, verzieren und mit nach Hause nehmen. In der Bibliothek wird am Freitag wohl jeder Besucher etwas Spannendes für sich selbst entdeckt haben.

Roboter, Luftschiffe
und Nachhaltigkeit

Auf der zweiten Etage führte Clara Lina Wirz von der Eventagentur „Anachronika“ alle Interessierten in die Welt des Steampunk ein – eine Form des sogenannten Retrofuturismus. Man stellt sich vor, wie die Menschen um 1900 sich die Zukunft ausgemalt haben könnten. Dabei wird ein alternativer Geschichtsverlauf erdacht, in dem nicht Strom, sondern Dampf (eng. steam) die treibende Kraft ist. Steampunk findet sich etwa in Literatur, Kunst, Handwerk, Musik und Mode wieder. Zahlreiche Dekorations- oder Kleidungsstücke, die in diesen Stil passen, waren zu begutachten. Auch konnten Besucher hier erfahren, wie man „Goggles“ mit der Stickmaschine herstellt – diese umgebauten Schweißer- oder Schutzbrillen gehören zum klassischen Steampunk-Look. Passend dazu verkleidet, vom viktorianischen Zeitalter inspiriert, waren Wirz und ihr Team. Als beliebt erwies sich hier auch die Luftschiffwerft. Luftschiffe gelten als besonders prägende Symbole des Retrofuturismus. Unterschiedliche kleine, eigens gebastelte Modelle konnte man hier in die Luft steigen lassen.

Prägende Themen bei der diesjährigen Maker Faire waren – für Wuppertal mittlerweile eher weniger überraschend – Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Dass die Kooperation mit mehreren Wuppertaler Reparatur-Initiativen ausgebaut werden soll, hatte Florian Siebertz, Veranstaltungsmanager der Stadtbibliothek, bereits im Vorfeld des „Schnuppertags der Zukunft“ erklärt.

So lud die Arrenbergstatt zum Mitmachen beim Reparieren und Upcycling ein. Hier wurden alte Fahrradketten, -schläuche und Werbebanner zu Alltagsgegenständen wie Schlüsselanhängern, Taschen oder Körben umfunktioniert. Auch die Machbar aus Ronsdorf bot Mitmach-Stationen mit dem Motto „Reparieren statt wegwerfen“ an.

Die Arrenbergstatt machte auch auf eine kommende Veranstaltung am 31. Oktober aufmerksam. Dann findet in Utopiastadt und in den Wiesenwerken das „Repair & Share Festival“ der FAB Region Bergisches Städtedreieck statt. Ein Höhepunkt dabei wird der Weltrekord-Versuch für die meisten reparierten Gegenstände an einem einzigen Tag.

Am Nebentisch konnten Kinder nicht nur eigene kleine „Laserschwerter“ basteln, die per Batterie betrieben werden, sondern auch eigene Buttons anfertigen und dann mit nach Hause nehmen, wie Tobias Wiegard vom zdi-Zentrum BeST erklärte.

Als beliebt bei der Maker Faire erwies sich auch der 3D-Drucker in Aktion, und zwar am Stand der Stadtbibliothek im Erdgeschoss. Dazu standen aus Lego-Spike gebaute Modelle bereit, etwa ein Karussell oder kleine Fahrzeuge. Über ein Tablet konnten Besucherinnen und Besucher diese Modelle programmieren und so in Bewegung oder zum Leuchten bringen.

„Die Maker Faire versteht sich als Schnuppertag der Zukunft und bietet als technischer Abenteuerspielplatz jede Menge Spannendes für alle Altersgruppen“, hatte Florian Siebertz angekündigt. „Die Veranstaltung richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich für neue Technologien, kreative Ideen und innovative Projekte begeistern.“

Ihren Ursprung hat die Maker Faire in den USA. Sie sieht sich selbst als „eine einzigartige Mischung aus Wissenschaftsmesse, Jahrmarkt und Zukunftslabor“. Dass es sich besonders gut für Schulklassen eignet, war am Vormittag zu bemerken, als zahlreiche Schülerinnen und Schüler für reges Treiben in der Bibliothek sorgten. Am Nachmittag wurde es deutlich ruhiger – was wohl vor allem der extremen Hitze geschuldet sein dürfte. Wer von den zahlreichen Ausstellern bis zum späten Nachmittag durchhielt, wurde noch mit erfrischender Wassermelone belohnt.

Die Maker Faire Wuppertal wird unterstützt durch die Vereinigung der Freunde Stadtbibliothek Wuppertal e.V.