Haushalt: „34 Milliarden Lücke weg“
Zum Haushalt 2027 sagte Klingbeil, er habe eine Lücke von 34 Milliarden Euro geschlossen. „Das ist schon eine Leistung. Denken Sie daran, die letzte Bundesregierung ist zerbrochen wegen deutlich weniger Geld.“ Die Ampel war im November 2024 an einer Lücke von rund 17 Milliarden Euro gescheitert.
Die Rekordschulden von über 200 Milliarden Euro – die zweithöchste Neuverschuldung in der Geschichte der Bundesrepublik – verteidigte er mit den Investitionen in die Bundeswehr. „Man kann sich gegenüber Putin nicht mit der schwarzen Null verteidigen.“
Befristung: „Das ist nicht meine Überzeugung“
Bei den befristeten Arbeitsverträgen, die künftig bis zu vier Jahre möglich sein sollen, gab Klingbeil offen zu: „Das ist nicht mein Punkt in diesem Koalitionsausschuss.“ Ein SPD-Parteitagsbeschluss von 2017 fordere die Abschaffung sachgrundloser Befristungen. „Im Programm der CDU steht die Reichensteuer auch nicht drin.“
AfD-Ministerpräsident? „Dann muss man SPD wählen“
Am Ende ging es um die Landtagswahlen im Herbst – und somit um Klingbeils Zukunft. In Sachsen-Anhalt drohe der SPD der Rauswurf aus dem Landtag, der AfD eine absolute Mehrheit. Klingbeil wurde kämpferisch: „Wenn man verhindern will, dass es einen AfD-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt gibt, dann muss man SPD wählen.“ In Mecklenburg-Vorpommern werde Manuela Schwesig Ministerpräsidentin bleiben, zeigte er sich überzeugt. Sie mache einen „hervorragenden Job“.
Auf Personaldebatten in der eigenen Partei angesprochen – Schwesig und Hubertus Heil werden als Nachfolger für ihn und Co-Chefin Bärbel Bas gehandelt – reagierte Klingbeil gelassen: „Ich habe noch nie erlebt, dass in der SPD nicht Personaldebatten geführt wurden.“ Er verstehe die Spekulationen angesichts der Umfragewerte. „Aber ich konzentriere mich jetzt darauf, dieses Land nach vorne zu bringen.“
Zum Schluss wurde es persönlich. Bei einer Ehrung für Franz Müntefering habe er dessen Satz zitiert, der SPD-Vorsitz sei „das schönste Amt neben dem Papst“. Klingbeil fügte damals hinzu: „Bärbel und ich haben Dir das geglaubt.“ Ob das nur humorvoll gemeint war? „Ich bin evangelisch“, sagte Klingbeil. „Deswegen wusste ich nicht, wie das mit dem Papst ist.“