Ukraine feuert auf Putins Ölindustrie

Auswertung zeigt: So teuer ist Sprit in Russland geworden

10.07.2026 – 15:37 UhrLesedauer: 1 Min.

Lange Warteschlangen vor einer Tankstelle in der russischen Region Trans-Baikal.Vergrößern des Bildes

Lange Schlangen: Vor einer Tankstelle in der russischen Region Trans-Baikal warten Autofahrer. (Quelle: IMAGO/Evgeny Yepanchintsev/Sputnik)

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Die Ukraine greift seit Monaten russische Ölraffinerien an. Eine Analyse des Exilmediums „Meduza“ deutet nun darauf hin, dass die Angriffe den russischen Kraftstoffmarkt zunehmend unter Druck setzen.

Nach einer Auswertung von „Meduza“ haben die Preise für Benzin und Diesel an der Sankt Petersburger Energiebörse im Juni im Durchschnitt rund 37 Prozent höher als ein Jahr zuvor gelegen. Gleichzeitig wurden dort demnach etwa 38 Prozent weniger Kraftstoffe gehandelt. Im Vergleich zum Jahresbeginn stiegen die Preise sogar auf rund 146 Prozent des Januar-Niveaus, während das Handelsvolumen auf gut die Hälfte zurückging.

Das Medium stützt sich auf öffentlich zugängliche Börsendaten, da russische Behörden keine detaillierten Informationen über mögliche Produktionsausfälle an Raffinerien veröffentlichen.

Kreml versucht gegenzusteuern

Als Ursache nennt „Meduza“ die anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Ölindustrie. Seit Jahresbeginn wurden Dutzende Raffinerien sowie Tanklager und weitere Anlagen der Energieinfrastruktur attackiert.

Die russische Regierung versucht inzwischen gegenzusteuern. Anfang Juli verbot sie den Export von Diesel. Zudem senkte sie die vorgeschriebene Menge an Benzin, die große Ölkonzerne über die Energiebörse verkaufen müssen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters importiert Russland inzwischen außerdem verstärkt Benzin aus Belarus und Indien.

Ob die Maßnahmen ausreichen, ist unklar. Nach Angaben von „Meduza“ gibt es in mehreren Regionen bereits Einschränkungen beim Kraftstoffverkauf. Eine landesweite Versorgungskrise hat die russische Regierung bislang jedoch nicht bestätigt.