
AUDIO: Wandgemälde von Kandinsky-Schüler beschädigt (1 Min)
Weimar
Stand: 17.07.2026 09:53 Uhr
Ein Wandbild von Kandinsky-Schüler Herbert Bayer an der Bauhaus-Universität Weimar ist beschädigt worden. Unbekannte brachten mit Sprühkleber eine Tüte an – beim Entfernen litt das Kunstwerk.
Die Bauhaus-Uni Weimar beklagt einen Schaden an einem Wandbild in ihrem historischen Hauptgebäude. Wie die Hochschule am Donnerstag mitteilte, brachten Unbekannte Anfang Juli mit Sprühkleber eine Lebensmitteltüte an dem Gemälde in einem der Treppenhäuser an.
Es handelt sich um die Arbeit „Quadrat“ von Herbert Bayer aus dem Jahr 1923, die 1976 rekonstruiert worden war.

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Polizei sichert DNA-Spuren
Nach Angaben der Polizei wurde beim Entfernen der Tüte die Farbschicht beschädigt. Ein Gutachter habe den Schaden auf 10.000 bis 14.000 Euro geschätzt. Kriminaltechniker hätten am Tatort unter anderem DNA-Spuren gesichet. Diese würden nun weiter ausgewertet.
Video:
30 Jahre UNESCO-Welterbe Bauhaus (2 Min)
Restauration wird schwierig
Eine Sprecherin der Universität sagte, ein Restaurator müsse das Bild reparieren. Dabei den richtigen Farbton zu finden, sei schwierig.
Die Universitätsleitung habe in einem Rundschreiben an die Studierenden noch einmal darauf verwiesen, dass das Bauhaus-Gebäude der Universität Teil des Unesco-Weltkulturerbes sei. Der markante Bau war 1904 bis 1911 nach Plänen des belgischen Architekten und Designern Henry van de Velde errichtet worden.
Neben „Quadrat“ noch „Kreis“ und „Dreieck“

Die Arbeit „Kreis“ des dreiteiligen Wandgemäldes von Herbert Bayer in Weimar.
Das beschädigte Wandbild „Quadrat“ ist eines von dreien auf Absätzen in dem Treppenhaus. Die anderen beiden heißen „Kreis“ und „Dreieck“. Die drei geometrischen Grundformen hatte Walter Gropius als verbindendes Thema für die Gestaltung im Hauptgebäude vorgegeben.
Herbert Bayer studierte von 1921 bis 1925 in Weimar unter anderem bei Wassily Kandinsky. 1976 hatte Werner Claus die Malereien rekonstruiert.
dpa/MDR (seg)