Video:
Temperatur-Vorschau: So warm wird es in den nächsten Tagen (1 Min)
Stand: 30.07.2026 13:04 Uhr
Fast im gesamten Norden gilt heute eine amtliche Warnung vor Hitze – bis zu 37 Grad sind möglich. In weiten Teilen Norddeutschlands warnen Wetterexperten auch vor Sturm. Zusätzlich drohen Unwetter mit Orkanböen.
Die Sturmfront wird den Norden voraussichtlich ab dem Nachmittag erreichen, heißt es vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Für den Südosten Niedersachsens, Teile Mecklenburg-Vorpommerns und das südöstliche Schleswig-Holstein gebe es Warnungen vor Sturm, sagt DWD-Meteorologe Christian Herold. Der Schwerpunkt in Niedersachsen liegt laut DWD wohl etwa südöstlich einer Linie zwischen dem Raum Osnabrück und dem Raum Hamburg. Am größten sei das Sturmrisiko im Raum Hannover, so Herold.
Achtung vor Bäumen – Entwurzelungsgefahr
Bäume würden dabei ein besonderes Risiko darstellen: Größere Äste könnten abbrechen, auch ganze Bäume könnten umstürzen, warnt Herold. Da die Bäume aktuell belaubt seien, gebe es einen größeren Luftwiderstand. Zusätzlich spielt die Trockenheit eine Rolle: Die Bäume seien dadurch geschwächter als für gewöhnlich, ein Entwurzeln sei daher aktuell leichter möglich, erklärt Tim Staeger vom ARD-Wetterkompetenzzentrum.

Die Sturmfront soll nach DWD-Prognose heute über der Westhälfte Deutschlands aufziehen.
Vorwarnung vor Unwetter – Maschseefest beginnt später
Mit dem Sturm im Norden sollen ab dem Nachmittag zusätzlich auch starke Hitzegewitter einhergehen. In Niedersachsen sind dazu Starkregen, Hagel, Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde und Orkanböen bis zu 140 Stundenkilometer möglich. Wegen der Sturmwarnung beginnt das Maschseefest in Hannover heute bereits später üblich.
Auch Schleswig-Holstein und Hamburg betroffen
Im Südosten Schleswig-Holsteins wird vor heftigen Gewittern mit kräftigem Regen und Gefahr durch Sturmböen gewarnt. Die Wettermodelle zeigen, dass die Unwetter dort zwischen 17 und 18 Uhr beginnen könnten. Nördlich des Nord-Ostsee-Kanals bleibt es wahrscheinlich ruhiger. Ähnlich sieht es in Mecklenburg-Vorpommern aus: Ab dem Nachmittag werden dort Gewitter mit Starkregen, Hagel sowie schweren Sturm- und Orkanböen werden erwartet. Eine amtliche Warnung für Unwetter hat der DWD für Norddeutschland bisher nicht herausgegeben – es gilt aber eine Vorwarnung in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Wie es in den einzelnen Landkreisen in den Bundesländern aussieht, zeigt die Karte:
Hitzewarnung gilt für fast den gesamten Norden
Die Temperaturen sind vielerorts bereits gestiegen und könnten im Südosten Niedersachsens am Nachmittag noch auf bis zu 37 Grad steigen, so die Prognose. In Hamburg und in Lauenburg in Schleswig-Holstein werden bis zu 35 Grad erwartet. Von der Hitzewarnung im gesamten Norden ausgenommen sind den DWD-Meteorologen zufolge lediglich die Inseln, das küstennahe Ostfriesland, Nordfriesland und Helgoland. Für Nordfriesland werden 28 Grad vorhergesagt.

Eine Landkarte zeigt, wo die Gefahr für Brände in Norddeutschland hoch ist – und wie sich das Risiko entwickelt.
Sturm und Unwetter: Das rät der Wetterexperte
Um sich für das drohende Unwetter zu wappnen, rät ARD-Wetterexperte Staeger, alle Gegenstände hereinzuholen, die umherfliegen könnten. Was draußen bleiben muss, sollte möglichst festgebunden werden. Auch sei ratsam: Wetterprognosen und auch den Himmel im Blick behalten. Sollte jemand doch bei einem Spaziergang in der Natur von Gewitter überrascht werden: „Auf keinen Fall unter Bäume flüchten, sondern auf freiem Feld in die Hocke gehen“, sagt Staeger. Auch im Auto sei man dank des faradayschen Käfigs sicher – aber: keine Metallteile berühren, warnt der Wetterexperte.

Gleichzeitig dürfe der Klimaschutz nicht aus den Augen verloren werden, sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, im Gespräch auf NDR Info.
Was folgt am Freitag? Gewitter und Starkregen weiter möglich
Noch bis in den Donnerstagabend hinein sollen Gewitter in Niedersachsen möglich sein. Nach einer kurzen Pause in der Nacht steigt die Unwettergefahr im Verlauf des Freitags den Prognosen zufolge wieder deutlich – erneut seien Hagel, Sturmböen und Starkregen möglich. Im Gegensatz zu heute soll es aber weniger Wind und weniger Hitze geben: So werden etwa im Raum Göttingen am Freitag voraussichtlich maximal 30 Grad erreicht. Die Unwettergefahr halte teils bis in die Nacht zu Samstag an, so der DWD.
Ab wann wird von einer Hitzewelle gesprochen?
Von einer Hitzewelle wird gesprochen, wenn an drei Tagen in Folge an einer Wetterstation die Höchsttemperatur 30 Grad übersteigt. „Das ist zwar kein naturwissenschaftlich fest umrissener Begriff“, aber darauf habe man sich geeinigt, sagt Tim Staeger vom ARD-Wetterkompetenzzentrum.

Nach großer Hitze ziehen ab dem Nachmittag Gewitter mit Starkregen, Hagel und Orkanböen über Teile des Landes.

Gegenüber dem Vorjahr ist das ein deutlicher Anstieg. Das Land liegt bundesweit aber dennoch unter dem Durchschnitt.

Aufgrund der hohen Temperaturen ist in einigen Kommunen die Entnahme von Trinkwasser beschränkt – etwa zum Rasensprengen.
Video:
Das Wetter für Niedersachsen (2 Min)
Schlagwörter zu diesem Artikel